Beiträge vom: Januar, 2008

Autor: Nicole

Die Lebensmittelbestrahlung ist immer wieder ein Thema, dass innerhalb der Europäischen Union zu heftigen Kontroversen führt. Grund genug, einmal die deutsche Situation zu betrachten.

Kräuter aus dem Supermarkt. © Johnny Blood In Deutschland ist die radioaktive Bestrahlung zur Verlängerung der Haltbarkeit “nur” für getrocknete Kräuter und Gewürze erlaubt. Das ist wenig, wenn man sich die Regelungen in anderen europäischen Staaten ansieht, die auf den Internet-Seiten der EU nachzulesen sind. Dennoch sind unzählige Produkte auf dem Markt, die in die Kategorie “Kräuter und Gewürze” fallen und sich großer Beliebtheit erfreuen. Wenn ich einen Blick in mein Gewürzregal werfe, kommen arge Bedenken auf. Da steht getrockneter Rosmarin, neben Thymian und Estragon und zu meiner Schande muss ich gestehen, dass auch getrockneter Dill ein Dasein in der hintersten Ecke fristet. Ganz zu schweigen von den anderen Gewürzen und Gewürzmischungen. Nun sollen alle diese Küchenhelfer bestrahlt sein? Jein! Es existiert in Deutschland eine Deklarationspflicht für bestrahlte Lebensmittel, Stichproben zeigten aber auch immer wieder Fälle, in denen die Bestrahlung nicht angegeben wurde. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit stellte zum Beispiel 2005 fest, das insbesondere asiatische Produkte mit Strahlen behandelt und importiert wurden.

Im Bericht heißt es:
“Einzelne Lebensmittel aus Asien sind unzulässig bestrahlt
BVL stellt Daten zu bestrahlten Lebensmitteln für das Jahr 2005 vor
Rund vier Prozent der in Deutschland im Jahr 2005 auf Bestrahlung untersuchten Lebensmittel sind zu beanstanden.”

Auch andere Produkte werden beanstandet:
“Rund 2,4 Prozent der auf Bestrahlung untersuchten Lebensmittel waren zwar in Deutschland für eine Behandlung mit energiereicher Strahlung zugelassen, die Ware war jedoch nicht ordnungsgemäß gekennzeichnet. 1,1 Prozent waren bestrahlt, obwohl eine solche Behandlung für die betroffenen Lebensmittel in Deutschland nicht zugelassen ist. Zudem wurde bei diesen Waren auf dem Etikett nicht auf die Bestrahlung hingewiesen. 0,1 Prozent der Proben waren zwar als bestrahlt gekennzeichnet, ein Verkauf dieser bestrahlten Lebensmittel in Deutschland war jedoch nicht zulässig. Insgesamt wurden 3.945 Proben untersucht. Unzulässig bestrahlt waren vor allem asiatische Nudelsuppe, getrockneter und gesalzener Fisch, Krustentiere und Froschschenkel aus dem ostasiatischen Raum sowie Nahrungsergänzungsmittel aus Deutschland und der Schweiz. Diese Lebensmittel dürfen in Deutschland nicht in den Verkehr gebracht werden, wenn sie mit Strahlung haltbar gemacht wurden. Zudem waren die Lebensmittel nicht als bestrahlt gekennzeichnet.”

Vorsicht bei ausländischen Produkten. © horses and tigers Hinzu kommen Mängel bei getrockneten Kräutern in Fertigprodukten:
“Rund die Hälfte der Beanstandungen wegen Kennzeichnungsmängeln entfiel auf bestrahlte Kräuter und Gewürze in Suppen und Saucen, die zumeist aus dem ostasiatischen Raum stammten. Bestrahlte Kräuter und Gewürze dürfen in Deutschland zwar in Verkehr gebracht werden, die beanstandeten Lebensmittel waren jedoch nicht ordnungsgemäß gekennzeichnet. Rund 32 Prozent der Beanstandungen betrafen asiatische Nudel- und Party-Snacks sowie Pizza, die mit bestrahlten Gewürzen und Kräutern hergestellt und nicht oder mangelhaft gekennzeichnet wurden. Darüber hinaus wurde die mangelhafte oder fehlende Kennzeichnung bei Gewürzen, tischfertigen Gerichten, Trockenmahlzeiten und Tee beanstandet.”

Die Gefahr, die durch die Bestrahlung entsteht, ist noch nicht für den Menschen nachgewiesen. Jedoch zeigen Tierversuche mit Ratten, dass sich bei den Tieren eine Erbgutschädigung und ein erhöhtes Krebsrisiko zeigt. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte auf Tiefkühlkräuter oder frische Pflanzen umsteigen. Ich persönlich werde demnächst einen ganz genauen Blick auf die Packungsangaben werfen, auch wenn Kräuter deutscher Hersteller nicht explizit angegeben wurden. Nach unzähligen Verbraucherskandalen ist mein Vertrauen erschöpft. Nicht nur in die Industrie, sondern auch die Kontrollbehörden. Ein Lichtblick bleibt mir: bald wird es wieder etwas wärmer, mein Küchengarten auf dem Balkon wird mich dann wieder mit frischen Kräutern versorgen.



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Autor: Nicole

Bohnenkraut ist in zwei Varianten erhältlich: Da gibt es einmal das Gemeine Bohnenkraut (Satureja hortensis) und das Winterbohnenkraut (Satureja montana). Worin sich die beiden am meisten unterscheiden ist, der Name lässt es schon vermuten, die Winterhärte.

Das Winterbohnenkraut ist ein mehrjähriger, meist immergrüner (weil winterharter) Halbstrauch. Im Gegenteil dazu ist das Gemeine Bohnenkraut etwas zarter und nur eine einjährige Pflanze, die den Winter draußen nicht übersteht. Wenn man sich einen Küchengarten im Freien anlegt, sollte man deshalb auf die winterharte Sorte zurückgreifen.

Das Bohnenkraut an sich bevorzugt, unabhängig von der Sorte, einen Boden, der mäßig feucht und gut durchlässig ist. Am besten ist ein Standort in der prallen Sonne. Wie die meisten Kräuter erntet man auch dieses am besten am Morgen. Für größere Mengen zur Lagerung schneidet man ganze Stängel ab. Man kann das Bohnenkraut, so habe ich es zumindest gelesen, trocknen. Aber als Frischefanatiker bin ich eher dafür, es einzufrieren, weil mein Empfinden mir sagt, dass dies die ätherischen Öle besser schützt, als die Trocknung. Bohnenkraut wird, man kann es sich vielleicht denken, zu Hülsenfrüchten gegeben. Es soll einen positiven Einfluss auf die Verdauung haben. Das Winterbohnenkraut passt aufgrund seines starken Aromas, das oft als pfeffrig beschrieben wird, gut zu Meeresfrüchten. Auch für Essig eignet es sich. Meine eigenen Erfahrungen mit dieser Pflanze sind noch nicht besonders weitreichend. Ich habe mir letztes Jahr Bohnenkraut auf den Balkon gepflanzt, weil ich es sehr dekorativ fand. Die silberfarbenen Blätter meiner Pflanze sind etwas pelzig. Für mein Empfinden riecht es nicht besonders gut. Mich würde interessieren, ob das der typische Duft des Krautes ist, denn ich habe auch immer wieder gelesen, dass es an sich sehr gut riecht. Vielleicht weiß ja jemand, um welche Variante es sich bei meiner Balkonpflanze handeln könnte.

Bohnenkraut © homo sapiens



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Autor: Nicole

Die “Monarda didyma” kommt ursprünglich aus Nordamerika. Schon die amerikanischen Ureinwohner, genauer gesagt die “Oswego-Indianer”, kannten die Pflanze und bereiteten einen schmackhaften Tee zu. Dieser Umstand sollte in die Geschichte eingehen.

Goldmelisse © FlickrDie “Boston Tea Party” am 16.12. 1773 verhalf der Goldmelisse ein Stück weit zu Berühmtheit. Die amerikanischen Kolonien boykottierten den englischen Tee aufgrund hoher Steuern und Importzölle. Später wiegelte sich dieser Konflikt weiter auf. Die Folge war der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg. Um nicht auf Tee verzichten zu müssen, nahmen die Kolonialbürger einen Brauch der Ureinwohner an: sie bereiteten sich Tee aus den Blüten der Goldmelisse. Noch heute ist der Tee beliebt.

Deswegen und wegen der ausgesprochen dekorativen Wirkung der Pflanze, komplettiert sie einen gut bestückten Küchengarten. Das Kraut steht gern in der Sonne, auf einem fruchtbarem Boden. Blätter und Blüten eignen sich zum Trocknen. Die Blühte erfolgt in der Sommermitte über mehrere Wochen, wobei die Farben von Weiß bis in vielfältige Pink- und Rottöne reichen. Außer für Tee kann man die Blüten zur Herstellung eines Erfrischungsgetränks (wie aus Holunderblüten) und als Dekoration für Suppen und Salate verwenden. Ein Kräutergelee mit Goldmelisse sieht nicht nur hervorragend aus, sondern schmeckt auch gut. Besonders wenn man andere Kräuter, wie die Zitronenmelisse oder den Ysop, hinzufügt. Die enthaltenen ätherischen Öle der winterharten Mehrjährigen entsprechen in ihrer Zusammensetzung denen, die man in Thymian findet. Darum kann man die “Monarda didyma” auch für die selben Beschwerden einsetzen. Ihre Wirkung ist in jedem Fall weniger stark.



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Autor: Nicole

Die Zitronenmelisse sollte Bestandteil jedes guten Kräutergartens sein. Neben ihrer heilenden Wirkung eignet sie sich sehr gut für die Zubereitung schmackhafter Tees und natürlich zum Kochen.

Die Zitronenmelisse  © FlickrDie winterharte, mehrjährige “Melissa officinalis” kommt ursprünglich aus Südeuropa, Nordafrika und dem asiatischen Raum. Heute ist sie auf der ganzen Welt beheimatet. Die Pflanze gehört zur Familie der Lippenblütler und erreicht eine Höhe von 60 Zentimeter. Sie blüht zur Sommermitte hin. Die Blätter haben eines ganz besonderes Aroma das, wie der Name schon verrät, an Zitronen erinnert. Auch eine süße Note, wie beim Honig, ist wahrnehmbar. In unseren Breitengraden, wo die Sommer nicht allzu heiß sind, kann man sie in die volle Sonne stellen. Die Lagerung ist unkompliziert: Ebenso wie Basilikum, Petersilie, Schnittlauch, Fenchel, Koriander und Kerbel kann man sie einfach in Eiswürfelbehälter geben und einfrieren. An heißen Tagen gibt man die Würfel dann einfach in ein kaltes Getränk. In der Küche finden sich aber noch weitere Verwendungsmöglichkeiten: Als feine Note in Salaten, Kräuterhonig und -gelees, aber auch in Fischgerichten.

Anders, als andere Vertreter der Minzen, wie zum Beispiel die Katzenminze, bevölkert die Zitronenmelisse nicht sofort den ganzen Garten. Darum kann man sie relativ problemlos in ein Beet pflanzen. Die Blätter kann man jederzeit ernten. Dazu schneidet man einfach einzelne Triebe bis zur nächsten Verästelung ab. Für größere Mengen sollte man den Zeitpunkt vor der Blühte wählen.

Zitronenmelisse in der Heilkunde
Die ätherischen Öle der Zitronenmelisse eignen sich für eine Aromatherapie. Ein Tee aus einem Gramm frischer Blätter pro Tasse kann, zweimal am Tag getrunken, gegen Blähungen, Verdauungsbeschwerden, Übelkeit, Fieber und Magenschmerzen seine Kräfte entfalten. Ferner wirkt die Pflanze bei leichten psychischen Problemen wie Depressionen, Angstzuständen, Unruhe, Nervosität, leichter Reizbarkeit und Schlafstörungen. Gegen Migräne können Kompressen aus Zitronenmelisse eingesetzt werden. Prellungen wirkt man mit Umschlägen entgegen und auch Bäder mit dem Kraut haben sich bei den beschriebenen Beschwerden bewährt. Dafür macht man einen Aufguss von zwei Händen voll frischer Blätter, den man ungefähr zehn bis 15 Minuten ziehen lässt, bevor man ihn in das Badewasser gibt.



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Autor: Nicole

Der Kerbel ist ein Küchenkraut, das in seinen Eigenschaften der Petersilie sehr ähnlich ist.
Seine fiedrigen Blätter erinnern hingegen stark an das Kraut der Mohrrüben.

Kerbel © FlickrDer einjährige, winterharte Gartenkerbel (Anthriscus cerefolium) gehört zur Familie der Doldenblütler und erreicht eine Höhe von bis zu 70 Zentimetern. Im Kräutergarten ist er recht einfach zu pflegen, sollte aber eher im Halbschatten stehen. Um eine ertragreichere Ernte zu sichern, sollten die Blühten entfernt werden. Diese sind weiß, besonders klein und bilden sich schon im Frühsommer in Dolden heraus. Eine zeitversetzte Aussaat über die gesamte Saison wird darum empfohlen. Das Aroma des Kerbels siedelt sich irgendwo zwischen einem Anisgeschmack und der Petersilie an. Darum verwendet man ihn allgemein auch für alle Gerichte, an die man auch Petersilie tun würde. Die milde Nuance eignet sich für Brote, Salate, Suppen und Gemüse. Allem voran für Gerichte mit Kartoffeln. Auch Öl, mit Kerbel versetzt, kann sehr delikat sein. Am besten eignet sich ein fruchtiges Olivenöl. In der mediterranen Küche hat das Gewürz in der Mischung “Kräuter der Provençe” seinen festen Stellenwert.

Die Blüten des Kerbel in der Dolde. © FlickrMöchte man den Gartenkerbel lagern, empfiehlt es sich, ihn in kleinen Portionen einzufrieren. Zum Trocknen eignet er sich nicht unbedingt. Die enthaltenen ätherischen Öle sind sehr empfindlich und sollten nicht zu lange erhitzt oder gar mitgekocht werden. Als Heilkraut ist der Kerbel eher unbekannt, obwohl er auch in seinen medizinischen Wirkungen denen der Petersilie sehr nahe kommt. Da er die Verdauung fördert und harntreibend ist, zudem Zink enthält und tonisierend wirkt, ist er eine gesunde Beigabe zu jedem Gericht.



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Autor: Nicole

Oregano, den ältere Generationen vor allem unter dem Namen “Dost” kennen dürften, ist unabdingbar in der Mittelmeer-Küche. Keine Tomatensoße kommt ohne ihn aus. Doch der Verwandte des Majoran hat, das ist wohl nur wenigen Menschen bekannt, ausgesprochen gute Heilkräfte.

Goldoregano © FlickrOriganum vulgare kommt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, wird aber in der heutigen Zeit auch in unseren Breiten kultiviert. Im gut sortierten Küchengarten hat er einen festen Platz. Die unterschiedlichen Sorten wie zum Beispiel der Goldoregano sind zudem sehr dekorativ und gedeihen auch zwischen Steinen. Nicht umsonst nannten ihn die Griechen “Schmuck der Berge” (Das Onlinelexikon Wikipedia verrät: oros bedeutet Berg, ganos heißt soviel wie Schmuck, Glanz).

Im Vergleich zum Origanum majorana, dem Majoran, hat er einen würzigeren, fast scharfen Geschmack und ist nicht ganz so süß. Die winterharte, mehrjährige Pflanze aus der Familie der Lippenblütler wird bis zu 60 Zentimeter hoch und blüht in der Sommermitte in den Farben Weiß bis Rosa. Um die Pflanze zum erneuten Austrieb anzuregen und so eine gute Ernte zu sichern, sollte Oregano nach der Blüte zurückgeschnitten werden. Das Kraut bevorzugt einen sonnigen Standort und einen durchlässigen Boden. Oregano eignet sich ausgesprochen gut zum Trocknen, die ätherischen Öle verlieren ihr Aroma dabei nicht.

Für die Küche eignet sich ganz besonders die Variante Origanum heracleoticum, der Griechische Oregano. Er lässt sich wunderbar in Essigen und Ölen verarbeiten, gibt Dressings einen mediterranen Geschmack und eignet sich, zusammen mit Salbei, Rosmarin, Basilikum und Thymian, sehr gut für Kräuterbrote. Wer einmal etwas wirklich neues ausprobieren möchte, ersetzt in Rezepten für Kräuterhonig und Gelee den Majoran durch seinen aromatischen Verwandten. Darüber hinaus wird das Kraut auch gern für die Mischung “Kräuter der Provençe” verwendet.

Der griechische Oregano. © FlickrPflanzenheilkunde
Die ätherischen Öle des Oregano (im Handel erhältlich) wirken antiviral und antiseptisch. Als Tee verwendet man ihn, ähnlich wie Ysop, Taubnessel und Dill, bei Appetitmagel, Verdauungsproblemen und Blähungen. Man kann aus den Blüten und Blättern auch eine Tinktur herstellen. Sie eignet sich besonders für Entzündungen der Mudschleimhäute, gegen Husten und bei Menstruationsbeschwerden. Äußerlich angewendet wirkt Oregano gegen Cellulite und Ekzeme. Man sollte ihn in der Schwangerschaft generell nur von außen anwenden, denn schon Hippokrates kannte das Kraut als gutes Mittel, um eine Geburt voranzubringen.



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Autor: Nicole

Ein Küchengarten ist eine stetige Quelle frischer Gewürze und kann auch zur Dekoration des restlichen Gartens beitragen. Wer über genügend Platz verfügt hat die Möglichkeit, mit der richtigen Planung sogar für die kalten Monate vorzusorgen.

Ein traditioneller Garten voller Kräuter. © FlickrAm besten eignet sich ein Küchengarten in der Nähe des Hauses. Kurze Wege erleichtern die Umsetzung spontaner Einfälle beim Kochen. Der Ort sollte im Idealfall alle drei Lichtverhältnisse (sonnig, halbschattig und schattig) abdecken und die Möglichkeit bieten, eventuell Kübel aufzustellen. Diese dienen nicht nur der Zierde, sondern ermöglichen es, nicht-winterharte Kräuter bei Bedarf in geschützte Räume zu stellen (Aloe Vera und Minzevariationen sollten immer im Topf stehen). Bei der Auswahl der Pflanzen sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Je nach Verwendungsvorliebe sollte man aber auf ausreichende Bestände achten. Kräuter, die ausschließlich zum Kochen und Backen, sowie für Dressings verwendet werden, müssen nicht so üppig vorhanden sein wie solche, die darüber hinaus auch zur Lagerung, für Tees, Potpourris, Kosmetik, Honig, Gelees und für Vorräte (Pesto, Gewürzmischungen, Öle und Essige) benutzt werden.
Außerdem sollte über das ganze Jahr ein Bestand gesichert sein. Das heißt, man sät oder pflanzt die Kräuter zeitversetzt und kann so ohne Lücken ernten.

frische Kräuter © FlickrSo benötigt man von Schnittlauch, Basilikum, Petersilie und Thymian etwa sechs bis acht Pflanzen. Sollen die Kräuter zusätzlich zum normalen Kochen verwendet werden, erfordert dies größere Bestände von bis zu 18 Pflanzen. Auch Dill sollte reichlich angebaut werden. Ein Jahresbedarf für die Küche liegt etwa bei zehn, für andere Zwecke bei bis zu 40 Pflanzen. Estragon ist, ebenso wie Salbei und Koriander, sehr reich an ätherischen Ölen und Aroma, darum genügt es, maximal drei Pflanzen pro Jahr anzubauen. Diese Menge reicht sogar für Essige und andere Rezepte. Katzenminze, die ja hauptsächlich zur Herstellung von Tee, aber auch für Katzenspielzeug verwendet wird, erfordert um die zehn Pflanzen. Sie ist mit ihren Blüten aber auch äußerst dekorativ und kann, genau wie Ysop, in Sträußen verarbeitet werden. Lavendel eignet sich ebenso gut zur Dekoration und kann ruhig reichlich gepflanzt werden. So spart man sich das teure Lavendelöl. Oregano wird häufig in der italienischen Küche eingesetzt, darum empfehlen sich um die fünf Pflanzen, die übrigens in größerer Menge gut als Beetumrandung oder Bodendecker geeignet sind (man darf den Oregano dazu nicht zu hoch ziehen, lieber oft beschneiden und flach halten).



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Autor: Nicole

Wildkräuter erfahren in der gehobenen Küche derzeit große Beachtung. Wer interessiert ist, kann mit einfachen Rezepten damit beginnen, die Pflanzen der Familie schmackhaft zu machen. Eine Suppe aus Wildkräutern kann ein guter Einstieg sein.

Man benötigt:

  • 250 g junge Brennnesselblätter
  • 250 g junge Löwenzahnblätter
  • 200 g Sauerampfer
  • 2-3 große Zwiebeln
  • 60 g Butter
  • 2 EL Weizenvollkornmehl (normales geht auch)
  • 1,5 l Gemüsefond
  • 0,5 l Milch
  • 1 Becher Crème fraiche
  • (2 Eigelb)
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung
Brennnessel und Löwenzahn müssen zunächst für einige Sekunden in stark gesalzten und sprudelndem Wasser blanchiert werden. Die Brennnessel. © FlickrDanach mit Eiswasser abschrecken, damit die grüne Farbe erhalten bleibt. Die Zwiebeln in Butter andünsten. Sauerampfer und die blanchierten Kräuter derweil hacken und dann zu den Zwiebeln geben. Kurz mitdünsten und dann mit Mehl bestäuben. Nach der Art der Sauce Bechamél wird nun das Mehl kurz mit angeschwitzt, dann wird mit Brühe und Milch abgelöscht. Dabei gut Rühren und anschließend acht bis zehn Minuten köcheln lassen, damit der Mehlgeschmack verschwindet. Danach wird die Crème fraiche untergerührt.

Wem die Suppe nun noch nicht gehaltvoll genug ist, sei an dieser Stelle die Legierung mit Ei empfohlen: dazu einfach die Eigelbe verquirlen und mit etwas Suppen verrühren, dann unter ständigem Rühren in die Suppe geben. Vorsicht, danach die Suppe nicht mehr zum Kochen bringen, da sonst das Ei ausflockt.



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Autor: Nicole

Zu den eher wenig bekannten Kräutersorten gehört der “Hysoppus officinalis”, der Ysop oder im Volksmund “Essigkraut”. Er findet schon in der Bibel Erwähnung und auch die mittelalterliche Nonne Hildegard von Bingen kannte seine heilende Wirkung.

Ysop ist ein mehrjähriger, winterharter Halbstrauch und gehört in die Familie der Lippenblüter. Seine äußerst dekorativen Blüten erscheinen von der Sommermitte bis in den Frühherbst hinein in stängellos angeordneten Scheinähren. Er wird bis zu 90 Zentimeter hoch und besitzt ein stark minzeartiges Aroma, das auch etwas in die Richtung von Salbei und Rosmarin geht und bei zu gut gemeinter Verwendung in Saucen, Suppen Quark, zu Gemüse, Obst und in Salaten leicht bitter schmecken kann. Darum sollte man eher spärlich mit dem Kraut würzen. In Kräutersträußen und Potpourris entfaltet Ysop seine dekorative Seite besonders gut.

Ysop © FlickrDie Pflanze bevorzugt kalkigen und sandigen Boden, der gut durchlässig ist. Am besten stellt man Ysop in die Sonne, Halbschatten wird aber ebenso toleriert. Sein Wasserbedarf ist mäßig. Nach dem Gießen sollte man vor einer erneuten Wässerung die oberste Bodenschicht zwei bis drei Zentimeter austrocknen lassen. Da die Pflanze Honig einen besonders delikaten Geschmack verleiht, pflanzen viele Imker ihn in die Nähe ihres Bienenstocks. Die Ernte sollte morgens erfolgen, nachdem der Tau getrocknet ist. Die Blüten erntet man, wenn sie noch nicht ganz geöffnet sind. Wird das Kraut sofort verwendet, kann es bis zum Verbrauch in einer Vase stehen. Die Absicht, es länger zu lagern, erfordert die Trocknung ganzer Sträuße.

Seine heilende Wirkung entfaltet das Kraut in Tees. Hierzu wird die gesamte blühende Pflanze geerntet. Die Inhaltsstoffe helfen bei Asthma bronchiale und anderen Krankheiten, die oberen Atemwege betreffend. Außerdem hat Ysop eine stark harntreibende Wirkung und hilft gegen Rheuma, Wassersucht und Nierensteinen, ist zudem schweiß- und entzündungshemmend und fördert, wie auch Estragon, die Monatsblutung. Bei Verdauungsbeschwerden und Blähungen hilft der Tee ebenso. Für die Zubereitung eines Aufguss benutzt man einen Teelöffel des getrockneten Krauts für eine Tasse.



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Autor: Nicole

Der Lavendel ist kürzlich zum Heilkraut des Jahres 2008 gekürt worden. Schon die mittelalterliche Nonne und Kräuterexpertin Hildegard von Bingen empfahl die duftende Pflanze gegen Läuse. Noch heute wird er als natürlicher Blattlausschutz in Rosenbeete gepflanzt. Aber Lavendel kann mehr. Besonders die im Handel erhältlichen ätherischen Öle gehören in jede gute Hausapotheke.

Ein typisches Lavendelfeld. © marcooe/Pixelio

Wenn man Lavendelöl erwirbt sollte man nicht nur auf den Preis, sondern vor allem auf Qualität und Herkunft achten. Die besten und reinsten Öle werden in Südfrankreich (vor allem Nizza, Grasse, Monaco und Carpentras) hergestellt. aber auch Bulgarien und England exportieren Lavendelöle von guter bis sehr guter Qualität. Um auf Nummer Sicher zu gehen, kann man darauf achten, dass das Öl die Aufschrift “A.O.C.” trägt. Die Buchstaben dienen als Gütesiegel, das Anbau und Gewinnung nach höchsten Richtlinien verspricht.

Wenn auf den angebotenen Produkten die Aufschrift “Lavendin” steht, sollte man nicht zuviel von Duft und Wirkung erwarten. Hier handelt es sich nicht um den echten Lavendel, sondern um einen minderwertigen Hybrid aus verschiedenen Sorten, der weniger stark dufet und oft als billiger Lavendelersatz verarbeitet wird.

Lavendel in voller Blüte. © marge simpson/PixelioDas echte Lavendelöl wird durch Wasserdampfdestillation gewonnen. Die Stängel und Blüten dafür werden meistens in der Jahresmitte geerntet. Das gewonnene Produkt ist ein Alleskönner. Unverdünnt auf die Haut aufgetragen wirkt es gegen Ekzeme, Akne und oberflächliche Hautverletzungen wie leichte Schnittwunden, Abschürfungen, Sonnenbrand und andere Verbrennungen. Auch bei Insektenstichen kann es den Schmerz und den Juckreiz lindern. Frische Narben verheilen besser und schneller, wenn sie regelmäßig mit dem Lavendelöl gepflegt werden. Innerlich kann das Öl, sparsam dosiert, als Tee angewendet werden. Kurz vor dem Schlafengehen eingenommen wirkt es beruhigend und schlaffördernd. Bei sehr starken Schlafstörungen kann man auch auf eine Aromalampe zurückgreifen, die während des Einschlafens das Zimmer “beduftet”. Tagsüber kann das Lavendelöl aus der Duftlampe die Stimmung aufhellen und, weniger stark dosiert, am Arbeitsplatz sogar die Konzentration fördern.

Aromatisiertes Öl mit Lavendel kann man auch selbst herstellen. Es ist weniger stark konzentriert als das reine ätherische Öl, kann aber auch als Badezusatz und Massageöl verwendet werden. Darüber hinaus eignet sich dieses Öl auch als Zutat zum Kochen, denn Lavendel ist ja bekanntlich auch eine Zutat der Kräutermischung “Kräuter der Provençe” und somit ein Gewürz für die Mediterrane und französische Küche. Für die Herstellung benötigt man nur eine durchsichtige Glasflasche, in die man Lavendel locker geschichtet bis zur Hälfte einfüllt. Dann Olivenöl oder eine anderes Pflanzenöl darübergießen, bis alles gut bedeckt ist. Die Mischung kann man einige Wochen ziehen lassen.



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