Baldrian – das beruhigende Heilkraut

Autor: Kräuterlein

Echter Baldrian ist eines der wenigen Kräuter, die ausschließlich als Heilpflanze genutzt werden. Die beruhigende Wirkung des „Valeriana officinalis“ macht ihn zum Mittel erster Wahl bei der naturheilkundlichen Behandlung von Nervosität und Unruhe.

Die winterharte, mehrjährige Staude ist in ganz Europa und Asien verbreitet. Baldrian ähnelt mit seinen Blütendolden etwas dem Äußeren von Anis und Schafgarbe. In der Phytomedizin werden nur die Wurzeln verarbeitet, da sich in ihnen die Wirkstoffe des Krautes konzentrieren. Verantwortlich für den beruhigenden Effekt sind die Valepotriate. Sie stehen im Verdacht, mutagene Eigeneschaften zu besitzen. „Mutagen“ bezeichnet die Fähigkeit, in das Erbgut eines Organismus einzugreifen. Diese Wirkung soll durch die Verarbeitung als wässriger Auszug weitgehend aufgehoben sein. Wer die Pflanze im Garten ziehen möchte, sollte sie im Frühjahr säen. Sie benötigt einen Boden von normaler Durchlässigkeit und steht gern in der vollen Sonne oder im Halbschatten. Die Vermehrung geschieht durch Teilung der Wurzel im Herbst. Dies sichert eine erneute Ernte in der nächsten Saison.

Zur Gattung „Valeriana“ gehören mehrere Vertreter des Baldrian. Das Wort leitet sich aus dem lateinischen „valere“ ab und bedeutet soviel wie „kräftig“. Schon in der Antike war die Heilpflanze bekannt, jedoch nicht als Beruhigungsmittel. Vielmehr wurde sie bei Menstruationsstörungen, als den Harndrang förderndes Mittel, Aphrodisiakum und später gegen die Pest verwendet.

Baldrian hat einen sehr starken Geruch und galt deshalb auch als Schutz vor bösem Zauber. Übrigens lieben Katzen den Baldrian und sein Aroma ganz besonders. Neben der Katzenminze gilt er als „ungefährliche Droge“ für die felligen Mitbewohner. Wer seinen Haustieren ein Spielzeug aus Baldrian basteln möchte, kann dafür den Tee verwenden. Den sollte man aber in einer wirklich luftdicht verschlossenen Büchse aufbewahren, da sonst relativ schnell der Geruch eingeschlafener Füße jeden Raum erfüllt. 😉

Anwendung
Als Tee wird Baldrian verwendet, wenn nervöse Unruhe, vor allem begleitet mit Schlafstörungen auftritt. Die Valepotriate entspannen und können sogar bei leichten Depressionen helfen. Auch ein Bad, zubereitet mit einem Aufguss aus Baldrian, soll diese Effekte hervorrufen. Ferner wird die Pflanze auch zur Beruhigung vor Situationen eingesetzt, die Stress hervorrufen. Dies können zum Beispiel Prüfungen sein. Wenn Stress sprichwörtlich „auf den Magen“ schlägt und es zu Verdauungsstörungen kommt, kann die pflanzliche Arznei ebenfalls angewendet werden. Man sollte unbedingt darauf achten, Baldrian nicht über einen langen Zeitraum einzunehmen. Wechselwirkungen mit anderen Beruhigungsmitteln (auch pflanzlichen wie dem Hopfen) sind ebenfalls bekannt. Darum sollte eine parallele Einnahme vermieden werden.

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robert schreibt
am 25. Februar 2008 um 13:27 Uhr

Baldrian gehört ja seit Jahrhunderten zu den bewährten Mittel gegen Nervosität und Schlafstörungen und wird auch heute noch in einigen Medikamenten auf pflanzlicher Basis verwendet. Ich persönlich leidete unter großer Prüfungsangst und da hat mir der eine oder andere Tropfen Baldrian mich sicher durch die Prüfung begleitet.

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Karola P. schreibt
am 11. Mai 2009 um 19:51 Uhr

Kann ich die Blätter der Pflanze auch als Tee verwenden, oder enthält lediglich die Wurzel eine beruhigende Wirkung?
Freue mich auf Antwort
Karola P.

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Dagmar schreibt
am 12. Mai 2009 um 22:06 Uhr

Liebe Karola,

bezüglich der Frage mache ich mich einmal bei Maria Treben im Kräuterbuch schlau und melde mich nochmal.

Lieben Gruß, Dagmar

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Dagmar schreibt
am 15. Mai 2009 um 14:41 Uhr

Hi Karola,
habe mich schlau gemacht (Buch: Heilung aus dem Klostergarten von Angelika Finke): es geht tatsächlich nur um die Baldrianwurzel. Nur die Wurzel enthält die Valepotriate und die ätherischen Öle Valerensäure und Valerenal. Die dann beruhigend,krampflösend und entspannend wirken..
Hoffe, geholfen zu haben :-)
LG Dagmar