Ratgeber

BfR warnt vor Spice

Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät vom Gebrauch der „Modedroge“ Spice ab.

In einem kürzlich erschienenen Bericht des BfR, der auf den Grundlagen einer Untersuchung der freiverkäuflichen Droge fußt, rät das Amt von Spice ab. Labortests unterschiedlicher Institute hätten der Mitteilung zufolge ergeben, dass die eigentlich als Räucherwerk im Handel erhältliche Kräutermischung neben den acht, auf der Packung verzeichneten Kräutern, auch „herzwirksame Alkaloide, Bitterstoffe oder auch Glykoside“ enthalte, „die Einfluss auf die Gesundheit des Menschen haben können.“ Zudem enthält die Mischung Tocopherol. Dabei handelt es sich um Vitamin E, das für den menschlichen Körper im Grunde nicht gefährlich ist. Eine erhöhte Aufnahme des fettlöslichen Vitamins, dass – anders als andere Vitamine dieser Klasse – über Leber und Niere ausgeschieden wird, kann jedoch Studien zufolge bei erhöhter Dosierung über einen längeren Zeitraum bei Rauchern das Risiko für Hirnblutungen erhöhen.

In der Industrie wird Tocopherol vor allem als Antioxidationsmittel verwendet. Was der Stoff in der Mischung „Spice“ zu suchen hat, konnte bisher nicht geklärt werden. Weiterhin ist bislang nicht geklärt, ob die hohen Mengen der Substanz möglicherweise mit synthetischen Stoffen in Verbindung stehen, die Spice neben den angegebenen Pflanzen enthält. Die Wege durch den deutschen Bürokratensumpf sind lang und beschwerlich: Die Bewertung des BfR ist zunächst einmal nur Grundlage für weitere empfohlene Laboruntersuchungen. Bis dahin haben Händler und Konsumenten nichts zu befürchten, außer die in den Medien immer wieder beschworene große Nachfrage und daraus folgenden Lieferengpässe. Deutschland verdient fleißig mit, denn was frei im Handel erhältlich ist, wirft Steuern ab. Ein Schelm, wer da absichtliche Verschlafenheit in Bezug auf „Spice“ unterstellt…

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