Kräuter als Heilmittel

Blauer und gelber Enzian – Bitterstoff und Arzneimittel

Blauer und gelber Enzian machen nicht nur was im Gartenbeet her, sondern finden auch als Arzneimittel Verwendung, zumindest die eine der beiden Arten. Welche Bedeutung die Pflanze für die Gesundheit hat, erfahren Sie im Folgenden.

Die Wurzel des Enzians enthält viele Bitterstoffe, die hilfreich bei Verdauungsstörungen sein können. Allerdings gilt dies nicht für den allseits bekannten blaublütigen, sondern gelben Enzian.

Gelber Enzian – Hilfe bei Verdauungsstörungen und anderen Leiden

Der gelbe Enzian kann eine Höhe von bis zu eineinhalb Metern erreichen. Die Pflanze ist allerdings selten und gehört zu den stark gefährdeten Arten und steht daher unter Artenschutz und darf nicht gesammelt werden.

Schon die Römer wussten die heilende Wirkung der Pflanze zu schätzen und nutzen die Pflanze als Bittermittel. In den mittelalterlichen Kräuterbüchern empfahl man den gelben Enzian sogar als universelle Heilpflanze. Heutzutage schätzt man an der seltenen Pflanze besonders die appetitanregende Wirkung und die Fähigkeit zur Beseitigung von Blähungen und Völlegefühl.

Bedeutung als Arzneimittel

Die Wurzel des gelben Enzian enthält so genannte Secoiridoid-Bitterstoffe wie zum Beispiel Amarogentin und Gentiopikrosid, wobei die erstgenannte Substanz für den bitteren Geschmack der Gewächse verantwortlich ist.

Weiterhin stecken in der Pflanze Xanthone, wobei es sich um die gelben Farbstoffe handelt. Weiterhin sind zwischen 30 und 55 Prozent Kohlenhydrate (Fructose und Glucose) und etwas ätherisches Öl enthalten.

Durch die Bitterstoffe werden die Geschmacksnerven auf der Zunge angeregt, wodurch die Speichel- und Magensäureproduktion sowie die Ausschüttung des Verdauungshormons Gastrin angeregt wird. Die Folge davon sind Hungergefühl und eine Anregung der Verdauung.

Hilfe bei Entzündungen der Nasennebenhöhlen

Darüber hinaus hat der gelbe Enzian einen positiven Effekt auf die Bildung von Bronchialschleim, weshalb die Pflanze auch bei Entzündungen der Nasennebenhöhlen und der Atemwege eingesetzt wird.

Allerdings ist zu beachten, dass Personen, die an einem Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür leiden, keinen Enzian verwenden sollten. Im Fall einer Überdosierung kann es zu einer Magenreizung und zu Kopfschmerzen kommen. Schwangere sollten generell auf die Einnahme von Enzian verzichten.

Der weitaus bekanntere blaue Enzian hat in Deutschland keine medizinische Bedeutung.

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