Kräuter als Heilmittel

Chinesische Heilpflanzen stehen im Verdacht Krebs auszulösen

Chinesische Heilpflanzen stehen im Verdacht Krebs auszulösen

Die Traditionelle Chinesische Medizin, kurz TCM, gewinnt seit einigen Jahren in Europa immer mehr Anhänger. Sie gilt bei vielen Laien, Heilpraktikern und sogar Ärzten als sanfte, natürliche Alternative zur klassischen Schulmedizin. Doch selbst bei Naturarzneimitteln können schwerwiegende Nebenwirkungen auftreten: Wissenschaftliche Studien haben eine in der TCM häufig genutzte Heilpflanze als Auslöser für Nierenleiden und Tumorerkrankungen entlarvt.

„Natürlich“ heißt nicht gleich „gesund“

Bereits vor Jahrzehnten stellten Ärzte und Forscher fest, dass in Taiwan im Vergleich zu anderen Ländern ungewöhnlich viele Menschen von Krebstumoren in den Harnwegen sowie chronischen Nierenerkrankungen betroffen sind. Eine schlüssige Erklärung in starken Umweltbelastungen oder problematischen Nahrungsbestandteilen zu finden, war bisher jedoch nicht möglich. Dank wissenschaftlicher Studien wurde die Ursache inzwischen in einem Bereich gefunden, in dem viele sie wohl kaum vermutet hätten: in der Traditionellen Chinesischen Medizin. Aristolochiasäure, ein natürlicher Bestandteil der beliebten Heilpflanze Aristolochia clematitis, konnte dabei als Grund für Nierenversagen und das Wachstum von Tumorzellen in Blase, Nierenbecken und Harnleiter ausgemacht werden.

Frauen besonders stark betroffen

Statistisch gesehen sind Frauen von vielen schweren Erkrankungen weniger heftig betroffen, weil sie gegenüber Männern öfter zum Arzt gehen und vorbeugende Maßnahmen in Anspruch nehmen. Im Falle der Belastung durch Aristolochiasäure wurde ihnen dieses vorsichtige Verhalten zum Verhängnis: Frauen nahmen besonders oft Naturmedizin mit dem gefährlichen Bestandteil ein und erkrankten aus diesem Grund häufiger als Männer. Insgesamt soll zeitweise ein Drittel der Bevölkerung Taiwans zu Medikamenten mit Aristolochia clematitis gegriffen haben. Eine hohe Rate an entsprechenden Krebserkrankungen ist vor diesem Hintergrund kaum verwunderlich. Immense Kosten für das Gesundheitssystem Taiwans und tausende persönliche Leidensgeschichten waren die Folge. Mittlerweile wurden die entsprechenden Arzneimittel vom Markt genommen und verboten.

Entwarnung in Deutschland

Patienten in Deutschland müssen sich im Normalfall nicht um eine zu hohe Belastung mit Aristolochiasäure sorgen. Seit in den 90er Jahren in Belgien ein Zusammenhang zwischen Diätprodukten mit Aristolochia clematitis und Nierenerkrankungen festgestellt wurde, ist die Pflanze hier nicht mehr erlaubt. Wenn Sie sichergehen möchten, dass bei der Einnahme von Naturheilmitteln keine unerwünschten Nebenwirkungen auftreten, sollten Sie sich dennoch genau wie bei der Verabreichung anderer Medikamente von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten lassen.

Bild zur Verfügung gestellt von: Heike Brauer – Fotolia

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