Das Gänsefingerkraut – alte Heilkräuter neu entdeckt

Autor: Kräuterlein

„Teufelszwirn, Sonnenblume, Mariengras,
Goldrute, Zaunrübe und ich weiß nicht was,
Platterbsen, Judasschilling,
Gänsefingerkraut
haben grüßend meinen Zaun geschaut.
Einst lobte jeder sie,
wer hätt´sie nicht gekannt.
Doch heute werden als Unkraut sie
vom Gartenbeet verbannt.“

John Clare

Dieses Gedicht aus dem Band „Das kleine Käuter ABC“ beschreibt das Schicksal vieler Pflanzen, die einst geschätzt und dann als Unkraut angesehen wurden. Glücklicherweise besinnt man sich heute wieder mehr auf diese „Unkräuter“, nennt sie stattdessen „Wildkräuter“ und setzt sie Gourmets als neue Küchentrends vor.

Nun gehört das Gänsefingerkraut nicht auf den Teller, so wie zum Beispiel Bärlauch und Taubnessel, sondern in die Gartenapotheke. Das Rosengewächs wurde nämlich von der Phytomedizin wiederentdeckt. Es findet in der pflanzlichen Heilkunde nun Anwendung als Mittel bei Durchfall, der von Krämpfen begleitet ist, sowie bei Bauchkrämpfen und Menstruationsbeschwerden, die oft von krampfartigen Unterleibsschmerzen verursacht werden. Aufgrund dieser Wirkung ist die Pflanze schon seit dem Mittelalter auch unter dem Namen „Krampfkraut“ bekannt. In der Volksmedizin wurde das mehrjährige Kraut mit dem lateinischen Namen „Potentilla anserina“ zudem aufgrund seiner enthaltenen Gerbstoffe bei Blutungen sowie bei Entzündungen im Mund eingesetzt. Die Dosis sollte jedoch unter sechs Gramm pro Tag bleiben. Leidet jemand an einem Reizmagen, sollte er auf die Einnahm ganz verzichten.

Das Gänsefingerkraut wird tatsächlich auch von Gänsen gemocht. Außerdem sagt man, dass Wiederkäuer das Kraut instinktiv bei Magenproblemen fressen. Der bevorzugte Standort sind Ackergebiete, Wiesen und Wegränder. Der Boden sollte reich an Nährstoffen sein. Stickstoff, Salze und lehmige Bodenkonsistenz werden sehr gut vertragen, deswegen ist das Gänsefingerkraut in der natürlichen Flora sehr stark verbreitet. Haupterntezeit sind Frühjahr und Frühsommer.

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