Kräuter als Heilmittel/ Kräutersorten

Das Knabenkraut: Heilpflanze und Nährmittel

Das Knabenkraut, im Speziellen das Kleine Knabenkraut, gehört zu den heimischen Orchideenarten und war schon in der Antike als Heilpflanze und Nährmittel bekannt.

Das Knabenkraut zählte um 1900 noch zu den häufigsten Orchideenarten, die wild in Deutschland wuchsen. In den vergangen Jahrzehnten ging das Vorkommen dieser Heilpflanze jedoch stark zurück, da sein Lebensraum, nährstoffarme Wiesen, zunehmend zerstört wurden. Inzwischen steht das Knabenkraut unter strengem Naturschutz, um ein Aussterben zu verhindern. Die heilende und kräftigende Wirkung des Knabenkrauts war schon unseren Ahnen bekannt, die die Pflanze zur Linderung verschiedenster Symptome und zur Stärkung von Schwachen und Kranken einsetzten.

Das Kleine Knabenkraut: Merkmale und Aussehen

Den wissenschaftlichen Namen „Orchis morio“ („morio“=Narr) erhielt das Knabenkraut vom schwedischen Naturforscher Carl von Linné, da ihn die Blütenform an eine Narrenkappe erinnerte. Die kleine Heilpflanze wird bis zu 30 Zentimeter hoch und besitzt einen kräftigen Stängel mit hellgrünen Blättern, der mit meist dunkelroten-purpurnen Blüten besetzt ist. Die Lippenmitte der Blüten zeichnet sich durch eine weißliche Färbung mit auffälligen dunklen Punkten aus. Das Knabenkraut benötigt mäßige Wärme, einen feuchten, nährstoffarmen Boden und blüht bereits von April bis Juni. Die beiden Wurzelknollen, welche übereinander sitzen und zusammengewachsen sind, werden im Juli gesammelt, wobei in der Regel nur die obere besonders saftreich ist.

Die heilende Wirkung des Knabenkrauts

Die reizlindernde Wirkung des Schleims der Knabenkraut-Knollen nutzten unsere Vorfahren bereits schon in der Antike und setzten ihn gegen verschiedene Schleimhautreizungen ein. Die Pflanze kann bei Husten und Zahnfleischentzündungen genauso lindernd wirken, wie bei gereizter Magen- oder Darmschleimhaut oder schlecht heilenden Wunden und Geschwüren. Außerdem wurde auch der hohe Nährstoffgehalt des Knabenkrauts geschätzt. Das aus der Wurzelknolle gewonnene Pulver wurde in Milch oder Wasser gerührt und half, geschwächte und unterernährte Personen wieder zu kräftigen und zu stärken. Auch als Teeaufguss zeigt diese Pflanze ihre nährende und reizlindernde Heilkraft. Die damals weit verbreitete aphrodisierende Wirkung des Knabenkrauts konnte jedoch bislang nicht nachgewiesen werden.

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