Kräuter als Heilmittel

Engelstrompete: Das Datura Gewächs und seine berauschende Geschichte

Die Engelstrompete gehört zu der Familie der Stechäpfel (Datura). Während sie sich heute auf Grund ihrer schönen Blüten in immer mehr heimischen Gärten findet, ist ihr Ursprung ein ganz anderer. Heimisch ist die Engelstrompete in Südamerika, wo sie nicht nur zur Zierde diente.

Die Ureinwohner Südamerikas schätzten die medizinische Wirkung des Datura Heilkrautes und inhalierten den Rauch um Asthma zu lindern. Doch warum sind Stechäpfel in unserer heutigen Medizin nicht zu finden? Und wieso verschwinden immer häufiger Engelstrompeten über Nacht aus den Gärten ihrer Besitzer?

Engelstrompeten und ihre berauschende Wirkung

Die Ureinwohner haben die Engelstrompete nicht nur zu medizinischen Zwecken verwendet. Blüten und Blätter können einen stark berauschenden Effekt haben. So brauten die peruanischen Ureinwohner ein narkotisches Getränk aus den Blättern der Pflanze, den sogenannten Tonga. Man trank ihn insbesondere vor Beschwörungen und Ritualen um in Ekstase zu verfallen. Neben dem Tee wurde auch das Rauchen der Blätter sowie Blüten als sinneserweiternde Maßnahme genutzt, was auch erklärt, warum die Engelstrompete nicht zu einem gängigen Asthmamittel wurde. In der Kultur der Ureinwohner ging man davon aus, dass der Rauschzustand eine engere Verbindung zu den Göttern herstellt.

Stechäpfel und Drogenmissbrauch

Wenn heute aus Deutschlands Gärten Engelstrompeten gestohlen werden, ist aber nur selten die Suche nach einer engeren Verbindung zu Gott der Grund. Das manche Gewächse eine berauschende Wirkung haben, ist auch der Jugend nicht entgangen und anders als die meisten Drogen ist die Engelstrompete in Nachbars Garten zu finden. Dabei kann sich der stimmungsaufhellende Rausch schnell ins Gegenteil verkehren. Der Konsum kann zu Halluzinationen, die wahnähnliche Ausmaße annehmen, und extremer Hektik und Unruhe führen (mehr zu den Nebenwirkungen gibt es hier). Die Dosierung ist äußerst schwierig, weil man nie genau weiß wie viel Wirkstoff in Blatt oder Blüte enthalten ist, das kann von Blatt zu Blatt und von Pflanze zu Pflanze variieren. Deshalb ist vom berauschenden Konsum des Stechapfel-Gewächses dringend abzuraten.

Wer eine Engelstrompete im Garten stehen hat, muss sich jetzt aber keine Sorgen machen wegen Drogenanbaus hinter Gittern zu landen. Das Gewächs gilt hier zu Lande rechtlich gesehen nicht als Droge.

 

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