Ratgeber

Frische Kräuter sind oft belastet

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit vermeldet in seinem aktuellen Bericht über die Belastung von Lebensmitteln, dass im Vergleich zum Vorjahr weniger Pestizide in unserer Nahrung zu finden sind. Ein gute Nachricht. Doch Berufspessimisten wissen: Wo es eine gute Meldung gibt, muss sich auch eine schlechte verstecken. Und sie haben Recht, denn frische Kräuter betrifft diese Verbesserung leider nicht.

Nachdem Berichte über bestrahlte Lebensmittel die Verbraucher beunruhigten, folgt jetzt der nächste Rückschlag. Frische Kräuter sind laut der Studie aus 2006 auffällig oft über die Maßen belastet. In Zahlen bedeutet das Folgendes: In 184 Proben wurde nach Pestiziden gesucht. Rund 21 Prozent der Produkte fielen durch eine zu hohe Schadstoffbelastung auf. Zu hoch, das meint, dass der Rest der Proben nicht frei von Pflanzenschutzmitteln sein muss und es wahrscheinlich auch nicht ist. Denn solange die oberste Grenze nicht überschritten wird, tauchen diese Kräuter in der Statistik unter diesem Punkt auch nicht auf. Inwieweit sie trotzdem belastet sind und was das langfristig für die Gesundheit bedeutet, möchte ich am liebsten gar nicht wissen.

Rucola, den ich in gewisser Weise auch zu den Kräutern zähle, wurde ebenfalls untersucht. Die Bilanz ist nicht besser, denn von rund 300 Proben gelten 26 Prozent als stark belastet. Mir vergeht der Appetit auf den nächsten Salat gehörig. Insgesamt rät das BVL zu Produkten aus deutschen Anbaugebieten, da diese in der Menge oft deutlich weniger belastet seien. Ich schließe mich diesem Tipp an, gehe aber noch einen Schritt weiter: Bio! Angesichts der Probleme ist das wohl bald eine seltene Gelegenheit, beliebte Topfkräuter wie Schnittlauch, Petersilie, Basilikum und Rosmarin schadstoff-frei zu genießen. Wer dabei auf deutsche Kräuter aus der Region zurückgreift, tut sogar noch etwas für die Umwelt. Wer will schon, dass der Meeresspiegel für nichts weiter als eine Tasse Salbeitee – frisch gezupft- weiter steigt? Also: Support your local Biobauernhof! Alternativ kann man ja auch öfter mal Verwandte und Freunde mit eigenen Kräutergärten besuchen oder, wenn der Platz es zulässt, gleich selbst anbauen.

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