Rezepte mit Kräutern

Für Salate, Suppen oder das Weihnachtsgebäck: Leckere Springkraut-Schmankerl

Springkraut

So manches, was vor nicht allzu langer Zeit noch als mieses Unkraut verbrannt oder auf die Halde verbannt wurde, landet heute in den Töpfen von Spitzenköchen. Dass Löwenzahn zu Salat verarbeitet werden kann und Giersch zum Ragout taugt, hat sich inzwischen herum gesprochen. Doch dass sich auch Springkraut für die Feinschmecker-Küche eignet, ist wohl bisher in den wenigsten Küchen angekommen.

Von der Plage zum Genuss

Von Waldesrändern und Flussläufen kennt man das lustige Grünzeug: kaum berührt man die Pflanze, schießt sie ihre Samenkapseln bis zu zehn Meter weit in die Landschaft. Kein Wunder also, dass sich das Springkraut ganz hervorragend ausbreiten konnte. Springkraut findet man hierzulande in drei Formen. Neben dem Echten Springkraut, gibt es noch das Drüsige und das Kleine Springkraut. Während das Echte Springkraut im mitteleuropäischen Raum tatsächlich beheimatet ist, sind die anderen beiden Einwanderer aus dem asiatischen Raum, die sich als Ausbrecher aus botanischen Gärten den Weg in die Freiheit und europäischen Wälder bahnten. Doch nur eine der drei Varianten ist zum Verzehr geeignet. Das Kleine Springkraut enthält Gerb- und Bitterstoffe, die es per se schon ungenießbar machen. Wer es doch verzehrt, hat mit Übelkeit und Kopfschmerzen zu kämpfen. Samen und Blüten des Drüsigen Springkrauts (lat. Impatiens glandulifera) eignen sich bestens für Süßspeisen. Das Kraut ist an seiner Wuchshöhe von bis zu zwei Metern Höhe und seinen zart-rosa Blüten in Orchideenform zu erkennen.

Köstliches Gelee und knackige Salattoppings

Die Samen des Springkrauts lassen sich mit einem Trick relativ einfach ernten: Man zieht eine Tüte über die Pflanzen und klopft, schon springen die Samen von selbst hinein. Noch einmal kräftig schütteln, damit lösen sich dann Frucht und Samenkapseln. Nur die Samen eignen sich zum Rösten. In einer Pfanne ohne Fett kurz angeröstet, können sie als Topping für Salate verwendet werden. Doch auch auf Weihnachtsgebäck geben sie den süßen Plätzchen ein ganz besonderes Aroma. Wer die Samen mitbackt, muss sie vorher nicht rösten.
Aus den Blüten kann ein köstliches Gelee hergestellt werden. Dazu werden die Blüten über Nacht in Apfelsaft eingelegt. Der sich bildende lila-rote Sud wird abgeseiht und der Saft mit Zucker und Zitronensaft vier Minuten aufgekocht.

Genuss in Maßen

Wer nun Lust auf Küchenexperimente mit dem Springkraut bekommen hat, kann sich im Wald und an Wiesen die nötigen Zutaten besorgen. Doch Vorsicht: Sammeln Sie nur ein, was Sie definitiv identifizieren können. Auch sollte Springkraut nur in Maßen genossen werden, da es sonst zu Übelkeit und Verdauungsstörungen kommen kann. Beachtet man diese Maßnahmen, steht dem Genuss nichts im Wege.

Bild von: Thinkstock, iStock, Rolf Robischon

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