Kräuter als Heilmittel

Isländisch Moos –
Wirksames Heilgewächs gegen Husten und Halsweh

Isländisch Moos kennen wir in Pastillenform. Wohltuende Medizin, wenn der Hals kratzt oder Hustenreiz uns nervt. Doch dieses Moos muss doch auch irgendwo wachsen? Und wenn ja, was kann man frisch daraus zubereiten? Und wie sieht es überhaupt aus? Hier erfahrt ihr alles rund um das heilende Gewächs.

Isländisch Moos liebt die Kälte. Deswegen wächst es vor allem in osteuropäischen und skandinavischen Ländern und in über 2600 Metern Höhe. Die Isländer entdeckten es im 17. Jahrhundert.

Triebe wie kleine Hirschgeweihe

So logisch wie deshalb der erste Teil des Namens von Isländisch Moos, so irreführend der zweite. Denn das Gewächs ist eigentlich gar kein Moos, sondern eine Flechte, die an Felswänden und auf sandigen Böden wächst. Sie wird etwa vier bis zwölf Zentimeter hoch und ist je nach Ort hellgrün bis bräunlich und an der Unterseite weiß gefärbt. Die Triebe erinnern an kleine Hirschgeweihe.

Für die heilende Wirkung verantwortlich sind Zuckerstoffe, die sich eingenommen wie ein schützender Film auf die Schleimhäute legen. Deswegen hilft Islandmoos gegen Reizhusten, Halskratzen aber auch Magenschleimhautentzündungen. Zudem belegen mehrere Studien, dass Isländisch Moos antientzündlich wirkt und so die Immunabwehr unterstützt.

Getrocknetes Moos gibt es zu kaufen

Die Flechte ist ein Wildgewächs. Einen kommerziellen Anbau gibt es derzeit noch nicht, deswegen sind auch keine Samen zu kaufen. Experten raten jedoch auch davon ab, es einfach zu sammeln. Denn das Gewächs ist zum Teil immer noch durch die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl 1986 mit radioaktiver Strahlung verseucht. Getrocknete Flechten gibt es jedoch in einigen Bioläden und Online-Shops zu kaufen.

Das getrocknete Moos lässt sich entweder mit heißem oder kaltem Wasser aufgießen, wodurch sich unterschiedlich wirkende Arzneitees ergeben. Kalt übergossen bekommt man ein Getränk, das sehr gut hilft, Erkältungsbeschwerden zu lindern oder vorzubeugen. Die antientzündlichen Stoffe gehen beim Aufbrühen mit heißem Wasser aber verloren. Als heißer Tee wirkt Islandmoos vor allem beruhigend auf die Schleimhäute.

Zwei Arzneitee-Varianten je nach Zubereitung

Für die kalte Variante übergießt ihr einen Teelöffel getrocknetes Islandmoos mit 250 Milliliter kaltem Wasser und lasst das Ganze zwei Stunde lang stehen. Dann nehmt ihr die Flechte heraus und erwärmt das Getränk etwas. Ein Heißgetränk gegen Reizhusten bekommt ihr, wenn ihr einen Teelöffel Islandmoos in einer Tasse mit kochendem Wasser übergießt und das ganze zehn Minuten ziehen lasst.

Wem der Geschmack zu intensiv ist, gießt den ersten Aufguss sofort ab und lässt erst den zweiten zehn Minuten lang ziehen. Denn Islandmoos schmeckt ganz schön bitter. Das mundet zwar den Elchen in Finnland besonders, für unsere Gaumen ist es aber etwas gewöhnungsbedürftig.


Fotonachweis: Pixabay, tpsdave


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