Kräuter als Heilmittel

Spagyrik: Renaissance der mittelalterlichen Pflanzenheilkunde

Eine Sammlung verschiedener Kräuter

Vor der Zeit von Apotheken und moderner Medizin, gab es andere Möglichkeiten der Heilung. Und zwar mit Hilfe von Natur und Alchemie. Eine bestimmte Art der Naturheilkunde erlebt gerade eine Wiederauferstehung: Spagyrik.

Was verbirgt sich hinter Spagyrik?

Das Wort Spagyrik setzt sich aus den zwei griechischen Wörtern spao („trennen“) und ageiro („vereinigen“) zusammen und beschreibt die Kunst des Lösens und Bindens von unterschiedlichen Stoffen. So werden pflanzliche Wirkstoffe getrennt, bearbeitet und wieder zusammengeführt, um einen therapeutischen und pharmazeutischen Effekt hervorzurufen. Schon im Mittelalter wurde diese Art der Alchemie praktiziert, bis heute erhalten und weiterentwickelt. Verantwortlich dafür sind die sogenannten „Spagyriker“. Diese sind der Ansicht, dass jede Substanz eine heilende, aber auch eine schädigende Wirkung haben kann. Die Aufgabe besteht darin, diese voneinander zu trennen, um die heilenden Wirkstoffe freizusetzen.

Wie funktioniert Spagyrik?

Verwendet werden unterschiedliche Pflanzen und Mineralien. Diese werden durch Extraktion, Filtration, Gärung, Veraschung und Destillation bearbeitet, um Trennung und Zusammenführung zu erzielen. Begonnen wird mit der Aufspaltung der Materie, welche danach einer Gärung unterzogen wird. Anschließend wird mithilfe der Destillation der Alkohol entfernt. Der übrigbleibende Saft und die Bestandteile werden getrocknet und kalziniert, worunter die Trocknung und Veraschung verstanden wird. Nach der erfolgreichen Trennung, folgt die Wiederzusammenführung. Das Kalzinat (die Asche) wird dem Destillat wieder hinzugefügt und einer Zirkulation unterzogen, wodurch sich alle Bestandteile vollständig verbinden. Das dadurch entstandene spagyrische Mittel enthält nur noch die heilenden Wirkstoffe und ist gänzlich frei von Giften.

Welche Wirkung hat Spagyrik?

Die Wirkung hängt ganz davon ab, welche Ausgangsstoffe verwendet werden. Das Endprodukt kann jedoch besser wirken, als zum Beispiel eine Heilpflanze in Reinform. So vermitteln die Arzneien nicht nur die Heilkraft der Pflanze, sondern auch die Information, wie der Körper diese zu verwenden hat. Auch gehören spagyrische Essenzen zu den wenigen Heilmitteln, die den Selbstheilungsprozess des Körpers fördern und nicht nur die natürlichen Abwehrreaktionen des Körpers (zum Beispiel Fieber, Kopfschmerzen) unterdrücken.

img: Thinkstock, 506692597, iStock, ChamilleWhite

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