Kräutersorten

Stoffe mit Pflanzen färben: der Färber-Waid

Die Maus hat mich wieder auf Gedanken gebracht. Und zwar die orangene Maus, mit dem kleinen blauen Elefantenfreund! Wie viele Eltern beziehe auch ich manchmal Bildung und Inspiration aus der gleichnamigen Sendung am Sonntag-Morgen 🙂 Diesmal hat sie mich mit einem Bericht über Färber-Waid wieder an ein persönliches Projekt erinnert: Stoffe mit Pflanzen färben!

Der Waid, oder botanisch Isatis tinctoria, war schon bei den alten Ägyptern eine beliebte Färberpflanze und zählt damit zu den Archäophyten. Das sind Pflanzen und Kräuter, die schon vor Columbus Landung in Amerika (1492) verbreitet waren. Gewächse, die sich danach einfanden, nennt man Neophyten. Zurück zum Tintenblau…

Stoffe mit Pflanzen färben: der Färber-Waid

Isatis tinctoria sieht dem Raps ein wenig ähnlich, da sie auch gelb blüht und ordentlich hoch wird, bis zu 1,50 m! Sie blüht im Mai und Juli und bringt im Herbst kleine Samen-Schoten hervor. Der zum Färben gebrauchte Pflanzenteil sind allerdings die Blätter. Geschnitten werden kann übrigens mehrmals im Jahr an Juli ungefähr…

Um Stoffe mit Pflanzen färben zu können, werden die Blätter kleingeschnitten. Dann kommen Wasser und ein bestimmtes Salz (?) hinzu, von dem ich die chemikalische Bezeichnung leider verdrängt habe. Vielleicht wissen Sie Bescheid? Der Stoff wird im Behälter durch das Pflanzenextrakt erst einmal grün. In der Luft durch den Kontakt mit Sauerstoff wird daraus Blau. Zuerst ein Hellblau. Durch mehrmaliges Eintauchen kann das Farbgut einen wunderschönen Indigo-Farbton annehmen.

Schon bei den alten Ägyptern bekannt

Die Ägypter haben sich anstatt des Salzes-dessen-Name-nicht-genannt-werden-kann übrigens mit Harn beholfen. Sie haben also draufgepinkelt! Ob es daran lag, dass der Färber-Beruf nicht besonders angesehen war? Jedenfalls hängt mit dem Blaufärben durch den Waid auch die Redewendung „Blau machen“ zusammen. Denn am Tag, da das Stöffchen endlich blau war, hatte die Mühsal ein Ende.

Wolle, Seide und Leinen mit Pflanzen färben

Wer sich auch für das Färben mit Pflanzen interessiert, dem empfehle ich meinen Artikel „Wolle, Seide und Leinen mit Pflanzen färben„. Neben dem Waid gibt es natürlich noch mehr Natürliche, wie zum Beispiel die Mistel. Diese sorgt für ein Mistel-Grün. Oder Stockrose, Reseda, Färberkrapp und und und. Wer es sich einfach machen möchte, der wird auch geholfen. Schauen Sie doch einmal bei der Pflanzenfärberei Kroll vorbei, da bekommt man die Bequemlichkeits-Packungen 🙂

Danke an die Maus!

Pflanzenprofil Isatis tinctoria

Haltbarkeit: frostfest, 1-jährig

Höhe/Platzbedarf: 90-150 cm/40 cm

Wasser: gut gießen

Licht: mag Sonne

Erhältlich als Saatgut: ca. 2,40€/ 100 Korn

Quelle:

Kräuter-und Duftpflanzen (Ruehlemanns)

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  • Dagmar
    8. Juni 2011 at 22:49

    Liebe LeserInnen,

    das Salz-dessen-Name-nicht-genannt-werden-konnte, ich weiß nun, um was es sich handelt:
    Es ist Alaun!
    http://de.wikipedia.org/wiki/Alaune

    Ich denke, es ist in der Apotheke erhältlich…

    LG Dagmar