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Test von Olivenöl: Jedes zweite ist „mangelhaft“!

Test von Olivenöl: Jedes zweite ist „mangelhaft“!

Stiftung Warentest hat 26 Olivenöle im Labor untersuchen lassen. Das erschreckende Ergebnis: Jedes zweite Öl fiel im Labortest durch, es hagelte 13 Mal die Note „mangelhaft“. Sogar Stoffen wie Weichmachern, die möglicherweise Krebs erzeugen können, kamen die Tester auf die Spur.

Das aus den Früchten des Olivenbaums gewonnene Olivenöl gilt als besonders gesund. Es besteht bis zu 75 Prozent aus ungesättigter Fettsäuren, die den Cholesterinspiegel senken. Zudem soll es vor Herzinfarkten und Gefäßverkalkung schützen. Und nicht zuletzt: Olivenöl schmeckt hervorragend – soweit die Theorie.

Kein Öl erfüllt die strengen Vorgaben komplett

Die Praxis sieht leider anders aus – wie der Labortest der Stiftung Warentest zeigt. Von den 26 überprüften Ölen der vermeintlich höchsten Güteklasse „nativ extra“ erhielten 13 die Testnote „mangelhaft“ – gleichbedeutend der Schulnote 5. Olivenöl der höchste Güteklasse müsse, so die Stiftung Warentest, „Grenzwerte für viele chemische Parameter einhalten und den Vorgaben entsprechend exakt gekennzeichnet sein; außerdem dürfen die Öle nicht den kleinsten Fehler in Geruch und Geschmack haben“. Viele der getesteten Öle hätten diese Geschmacksvorgaben aber nicht erfüllt: „Sie schmecken beispielsweise stichig, ranzig oder modrig, und hätten deshalb auf die niedrigere Güteklasse ,nativ‘ herabgestuft werden müssen.“

Was die Tester zusätzlich bemängelten:

  • Bei fünf Ölen ergab der Labortest, dass die Angaben zur Herkunft offensichtlich nicht stimmen. Laut EU-Olivenölverordnung ist eine korrekte Herkunftsangabe aber zwingend vorgeschrieben.
  • Bei der Untersuchung auf Schadstoffe kamen die Tester bei vielen Ölen zu „kritischen Befunden“. Stiftung Warentest: „Fünf Produkte bekamen wegen Mineralölbelastungen das test-Qualitätsurteil mangelhaft. Weitere Öle fielen durch hohe PAK-, Weichmacher- und Pestizidgehalte negativ auf.“
  • Die Olivenölverordnung schreibt nicht nur eine einwandfreie Deklaration der Herkunft vor, auch für die weiteren Angaben auf dem Etikett gibt es strenge Vorgaben. Doch „kein Anbieter im Test kennzeichnet sein Produkt korrekt“, so die Tester.

Olivenöl gehört trotzdem auf den Speiseplan

Stiftung Warentest rät dennoch, nicht auf den Verzehr von Olivenöl zu verzichten. Denn „wer viel Olivenöl verzehrt, kann gesundheitlich profitieren. Studien zeigen: Die traditionelle Mittelmeerkost mit wenig Fleisch, viel Gemüse, Fisch, Nüssen und Olivenöl kann Herz und Kreislauf gut tun.“ Es sollte bloß ein wirklich hochwertiges Olivenöl sein. Welche Öle im aktuellen Test besonders gut abschnitten, verrät der detaillierte Testbericht. Er lässt sich für eine Gebühr von 3 Euro hier abrufen. Weitere Tests von Olivenölen findet man beispielsweise auf diesem Testportal.


Bildquelle: Thinkstock, 177537980, iStock, barol16

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