Kräuter als Heilmittel/ Kräutersorten

Tibetische Kräuter

Tibetische Medizin, eines der ältesten Heilverfahren der Welt

Eigentlich denkt man beim Thema Kräuter meist doch an den Basilikum Genoveser Art am berühmten Insalata Caprese. Nein? Dann geht Ihnen wie mir und Sie haben die Tangenten des Themas Kräuter und Heilpflanzen mit manchen anderen Gebieten entdeckt. Oder erlebt.

Sich mit Heilpflanzen zu beschäftigen, bringt einen früher oder später mit Geschichte, Religion, Medizin, Mystik, Tradition, Kindererziehung und und und zusammen. Ein geradezu riesiges Lernangebot, und ich kann mich für alle erwähnten Zusatzgebiete interessieren. Nachdem ich nun viel über die heimischen Heilkräuter, Hildegard von Bingen und Maria Treben berichtet habe, bin ich nun auf ein weiteres, hochinteressantes Kräuter-Thema gestoßen: die tibetischen Heilkräuter.

Unlängst habe ich die Kategorie Buddhismus eröffnet, auch, weil ich einige Freunde habe, die hier angehörig sind. Und ich bin sehr gespannt, über diesen Weg mehr über traditionelle tibetische Heilpflanzen aus dem Himalaya zu lernen. Begleiten Sie mich doch ein Stück, oder noch schöner, tauschen Sie sich mit mir aus 🙂

Über die tibetische Heilkunst: Elemente und Energien

Sie gehört, neben dem Ayurveda und der traditionellen, chinesischen Medizin (TCM) zu den ältesten Heilverfahren der Welt. Die Elemente wirken dabei, so die Lehre, auf den Körper ein und manifestieren sich in gewissen Energien.

Herrscht Gleichgewicht zwischen den Elementen und den Energien, dann ist der Mensch gesund. Geraten sie durcheinander, dann treten Probleme auf. Ursachen für die Balance- Schwierigkeiten können sowohl unangemessene Launen wie auch falsche Ernährung oder schlechte Umwelteinflüsse sein. Die tibetische Medizin bedient sich der Heilkraft der Kräuter, um die Balance wieder herzustellen.

Man unterscheidet fünf Elemente:

  • Erde (sa)

Beeinflusst Muskelzellen, Knochen, Nase und Geruchssinn.

  • Wasser (chu)

Blutzusammensetzung, Körperflüssigkeiten, Zunge und Geschmackssinn.

  • Feuer (me)

Körpertemperatur, Augen, Seh-Sinn, Aussehen.

  • Wind (rLung)

Atmen, Haut und Tastsinn.

  • Raum (Nam-mkha)

Körpergase, Ohren und Hörsinn.

Und drei Körperenergien:

  • mKhris-pa, Galle

Das Feuer. Wird charakterisiert durch ölig, scharf, heiß, leicht, stinkend und flüssig. mKhris-pa ist verantwortlich für Hunger, Durst, Verdauung, Anpassung. Fördert Körperhitze und stellt Mut und Entschlossenheit bereit.

  • Bad-kan, Phlegma

Die Kälte. Zuständig für die Stabilität des Geistes, Festigkeit des Körpers, erzeugt Schlaf und Toleranz, ölt den Körper ein. Wird charakterisiert durch ölig, schwer, fest und klebrig.

  • rLung, Wind

Die Luft. Wird charakterisiert durch rau, kalt,leicht, hart, beweglich. Verantwortlich für physische und geistige Aktivität, Sprache, Fötus, Menstruation, Spucken. Gibt den Sinnesorganen Klarheit, erhält das Leben aufrecht, indem rLung als Medium zwischen Körper und Geist vermittelt.

Vergleiche mit anderen Heilverfahren

Es gibt augenscheinlich  Ähnlichkeiten mit der Ayurveda- Lehre und ihren Doshas. Auch hier geht es um die Harmonie zwischen Körper, Geist und Umwelt. Auch die Säftelehre (Galle und so) der mittelalterlichen Humoralpathologen, wie Hildegard von Bingen, beschäftigten sich mit gesunder, heilender Nahrung und der körperlich-geistigen Einheit. Große, spirituelle Lehren scheinen dies gemeinsam zu haben. Immer wieder erstaunlich.

Und wie Sie sehen, konnten wir neben den Kräutern auch Religion, Spiritualität und Geschichte tangieren 🙂

Quelle:
Men Tsee Khang, die offizielle Website für tibetische Medizin von seiner Heiligkeit, dem Dalai Lama
Tibet Waren

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