Kräuter als Heilmittel/ Kräutersorten

Ysop – dekoratives Heilkraut

Zu den eher wenig bekannten Kräutersorten gehört der „Hysoppus officinalis“, der Ysop oder im Volksmund „Essigkraut“. Er findet schon in der Bibel Erwähnung und auch die mittelalterliche Nonne Hildegard von Bingen kannte seine heilende Wirkung.

Ysop ist ein mehrjähriger, winterharter Halbstrauch und gehört in die Familie der Lippenblüter. Seine äußerst dekorativen Blüten erscheinen von der Sommermitte bis in den Frühherbst hinein in stängellos angeordneten Scheinähren. Er wird bis zu 90 Zentimeter hoch und besitzt ein stark minzeartiges Aroma, das auch etwas in die Richtung von Salbei und Rosmarin geht und bei zu gut gemeinter Verwendung in Saucen, Suppen Quark, zu Gemüse, Obst und in Salaten leicht bitter schmecken kann. Darum sollte man eher spärlich mit dem Kraut würzen. In Kräutersträußen und Potpourris entfaltet Ysop seine dekorative Seite besonders gut.

Die Pflanze bevorzugt kalkigen und sandigen Boden, der gut durchlässig ist. Am besten stellt man Ysop in die Sonne, Halbschatten wird aber ebenso toleriert. Sein Wasserbedarf ist mäßig. Nach dem Gießen sollte man vor einer erneuten Wässerung die oberste Bodenschicht zwei bis drei Zentimeter austrocknen lassen. Da die Pflanze Honig einen besonders delikaten Geschmack verleiht, pflanzen viele Imker ihn in die Nähe ihres Bienenstocks. Die Ernte sollte morgens erfolgen, nachdem der Tau getrocknet ist. Die Blüten erntet man, wenn sie noch nicht ganz geöffnet sind. Wird das Kraut sofort verwendet, kann es bis zum Verbrauch in einer Vase stehen. Die Absicht, es länger zu lagern, erfordert die Trocknung ganzer Sträuße.

Seine heilende Wirkung entfaltet das Kraut in Tees. Hierzu wird die gesamte blühende Pflanze geerntet. Die Inhaltsstoffe helfen bei Asthma bronchiale und anderen Krankheiten, die oberen Atemwege betreffend. Außerdem hat Ysop eine stark harntreibende Wirkung und hilft gegen Rheuma, Wassersucht und Nierensteinen, ist zudem schweiß- und entzündungshemmend und fördert, wie auch Estragon, die Monatsblutung. Bei Verdauungsbeschwerden und Blähungen hilft der Tee ebenso. Für die Zubereitung eines Aufguss benutzt man einen Teelöffel des getrockneten Krauts für eine Tasse.

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