Kräuter als Heilmittel/ Kräutersorten

Zuckerwurzel: Süßes Urgemüse mit heilender Wirkung

In Käsekuchen, Cola oder Milchschnitte ist er enthalten, der Zucker. Kaum jemand mag sich heute ein Leben ohne die weiße Süße vorstellen. Doch lange vor ihrer Zeit hielt die Zuckerwurzel Einzug in die deutsche Küche. Die asiatische Nutzpflanze wird bis heute wegen ihres speziellen Geschmacks und der heilenden Wirkung geschätzt.

Ihr Ursprung soll in Asien liegen, doch nicht nur dort war die Nutzpflanze seit langer Zeit bekannt. Auch die alten Ägypter schätzten die Wurzeln der Pflanze und brauten Bier daraus. Mitte des 15. Jahrhunderts hielt die Pflanze schließlich über Russland Einzug in Europa und versüßte diverses Gebäck auf englischen Kuchentafeln. Auf deutschen Feldern ernteten die Bauern das weiße Gemüse zuhauf. Nach der Entdeckung der Zuckerrübe geriet das alte Süßungsmittel dennoch in Vergessenheit.

Anbau und Ernte der Zuckerwurzel

Sium sisarium kann Freud oder Leid des Gärtners sein, denn obwohl die Pflanze in ihrer Pflege relativ anspruchslos ist, haben ihre Samen eine lange Quell- und Keimzeit. Zwischen März und April oder August und September werden die Samen der Zuckerwurzel nach einer gewissen Quellzeit in dichten Reihen von 30cm Abstand ausgesät. Erntezeit ist im Herbst, im Winter können die Wurzeln im Boden bleiben oder in Sand gelagert werden.

Für Potenz und Verdauung

„Es soll der Keyser Tiberius […] ein solchen Lust zu diesen Rüblein zu essen gehabt haben, dass er sie alle Jahr am Rheinstrom bestellen lassen und im Italiam hab führen lassen, dann sie seindt dem Magen nütz und gut“. So berichtete der Schriftsteller Lenz in einem seiner Werke, soll die Zuckerwurzel allerdings dort mit der Pastinake verwechselt haben. Trotzdem wirkt das Süßungsmittel als Heilpflanze und soll der Leber helfen und die Verdauung stärken. Auch eine aphrodisierende Wirkung wird ihr nachgesagt.

Süße Geschmackskombi in der Küche

Geraspelt im Salat oder gekocht als süße Beilage landet die Zuckerwurzel auf dem Teller. Dafür werden die weißen Wurzeln mit einer Bürste vom Dreck befreit und die holzige Ader im Inneren herausgeschnitten. Mit ihrer mehligen Konsistenz und einem Geschmack nach Pastinaken und Petersilie setzt die Zuckerwurzel in der Küche Akzente. Garen Sie die Wurzel für kurze Zeit und würzen Sie sie anschließend mit Zitronensaft, Salz und Pfeffer, um das ehemalige Süßungsmittel als Zubereitung zu Fleischgerichten zu verwenden. Übrigens: Im Vergleich zur Zuckerrübe mit einem Zuckergehalt zwischen 18 und 20%, hat die Zuckerwurzel nur einen Anteil von 6%.

Mehr Infos zu Anbau und Verwendung der Zuckerwurzel finden Sie hier.

Teile diesen Artikel...Share on FacebookTweet about this on Twitter

Auch interessant