Die Echte Kamille in der Pflanzenheilkunde

Autor: Kräuterlein

Die Kamille ist eines der bekanntesten Kräuter. Ihre Berühmtheit verdankt sie jedoch nicht ihrem Geschmack, sondern ihrer außerordentlichen Bedeutung für die Naturheilkunde.

Die Echte Kamille (Matricaria recutita) ist ein Wildkraut und gehört zur Familie der Korbblütler. Die Einjährige stammt ursprünglich aus dem Gebiet rund um das Mittelmeer und kann bis zu 50 Zentimeter hoch werden. Wer sie im Kräutergarten ziehen möchte, sollte auf einen nährstoffreichen Boden achten. Für optimalen Wuchs empfiehlt sich ein sonniger Standort. Neben der Echten Kamille gedeiht in unseren Breiten auch die Ackerkamille. Die Echte Kamille kann man an ihrem charakteristischen Geruch und aufgrund der Beschaffenheit des Stempels identifizieren: Öffnet man den gelben Blütenkopf ist dieser zum Teil hohl.

In der Naturheilkunde benutzt man die Blüten der Pflanze. Sie enthalten ätherische Öle, die auch die Kosmetikindustrie schätzt. Daneben finden sich hier Bitterstoffe und Magnesium. In ihrer Eigenschaft als Entzündungshemmer mit antibakterieller, und schmerzlindernder Wirkung kann die Echte Kamille als Tee gegen Magenschmerzen eingesetzt werden. Wie für alle Arzneitees gilt auch hier: Zucker und Milch als Zugabe können die Wirkung abschwächen oder verhindern. Zur äußeren Anwendung werden Tinkturen oder Aufgüsse gegen Entzündungen der Haut und der Schleimhäute empfohlen. Versetzt mit Alkohol kann man Produkte aus Kamille auch in der Apotheke kaufen. Diese Lösungen eignen sich besonders für Verletzungen und Entzündungen im Mund.

Die Volksmedizin kennt die Kamille zudem als Kraut gegen „Frauenleiden“ und als Mittel gegen Reizbarkeit und Schlafstörungen. Allerdings sollte der Tee nicht über einen zu langen Zeitraum verwendet werden, da Schwindel als Nebenwirkung auftreten kann. Ebenso wenig empfiehlt sich die Anwendung des Tees bei Bindehautentzündung. Die feinen Schwebstoffe werden nicht durch einen Beutel oder ein Sieb ausgefiltert. Gelangen sie ins Auge, kann sich dessen Zustand noch verschlechtern. Auch Allergiker sollten Vorsicht walten lassen: Qualitativ minderwertige Produkte enthalten oft auch Beimischungen anderer Kamillearten und können Auslöser für allergische Reaktionen sein. Um sicher zu gehen sollte man nur Apothekenprodukte und selbstgezogene Exemplare aus dem eigenen Garten verwenden.

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