Ratgeber

Greenpeace: Die neue Studie über Pestizide in Kräutern und Gewürzen

Greenpeace macht mal wieder Lärm. Diesmal geht es um die Pestizidbelastung in Gewürzen und getrockneten, sowie frischen Kräutern.

Nachdem das LAVES gerade festgestellt hatte, dass frische, getrocknete und eingefrorene Kräuter weitgehend unbelastet sind (also in ihrem Gehalt an Pestiziden nicht die zugelassene Höchstmenge überschreiten), stellt Greenpeace in einer kürzlich veröffentlichten Studie das Gegenteil fest. Die Veröffentlichung setzte sofort eine Kritiklawine in Gang: Die Maschinerie „Industrie“ protestiert, wirft Greenpeace Panikmache und Verunsicherung der Verbraucher vor und fürchtet Umsatzeinbußen. Der Grund: Die Umweltorganisation bastelt sich nach Ansicht der Verbände eine eigene Bewertungsskala zusammen: Grundlage für die Einschätzung des Belastungsrisikos bestimmter Lebensmittel sollten die festgesetzten Rückstandshöchstmengen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) sein. Greenpeace setzt aber den Maßstab bei den EU-Richtlinien von 2005  an (diese sind schärfer, als die am 1. September 2008 harmonisierten Grenzwerte der EU)und berücksichtigt zudem die eigenen Referenzwerte aus der Anfang 2008 veröffentlichten „Schwarzen Liste“.

Verschiedene Organisationen bemängeln außerdem, dass die Studie beispielsweise die Grenzwerte für frischen Paprika denen des getrockneten Produktes gleichsetzt. Vorwürfe von Seiten der Umweltorganisation, mehrere Grenzwerte würden überschritten, sind nicht in jedem Fall abwegig, werden aber von führenden Industrieverbänden entschärft.
Der Industrieverband Agrar eV. (IVA) versucht die Verwirrung der Verbraucher zum Beispiel mit folgender Stellungnahme zu lichten:

„Die von Greenpeace in der heutigen Pressemitteilung kritisierten Wirkstoffe werden beim Anbau von Kräutern und Gewürzen zur Bekämpfung von pilzlichen Krankheitserregern eingesetzt. Deren giftige Stoffwechselprodukte, die Mykotoxine, können die Gesundheit der Verbraucher stark belasten. Im Vergleich hierzu können die Risiken für den Verbraucher durch Rückstände von Pflanzenschutzmitteln als vernachlässigbar angesehen werden, so Koch-Achelpöhler (Hauptgeschäftsführer IVA).“

Soll also das „Prinzip des kleineren Übels“ die Verbraucher beruhigen? Verfolgt Greenpeace eine Strategie, die möglicherweise über eine kurze Panikmache hinausgeht ?

Meinungen, Bewertungen und weitere Auffälligkeiten lesen Sie morgen im zweiten Teil dieses Artikels.

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