Kräutergarten

Kräuter-Kinderstube: Pflanzen vereinzeln und pikieren

So machen es die Profis

Zu den frühen Gartenarbeiten ab Februar und März gehören das Vereinzeln und das Pikieren der gehegten und gepflegten Jung-Kräuter.

Nachdem der Heilpflanzen-Nachwuchs in Aussaatschale oder unserem selbst gebauten Mini-Gewächshaus zum Vorziehen ausgesät wurde, ist er nun hoffentlich zu kleinen, aber kräftigen Keimlingen herangewachsen. Oder ist gerade dabei. Wie die Profis von professionellen Gärtnereien mit dem Vereinzeln und Pikieren verfahren, das sollen Sie hier nun erfahren.

Was bedeutet pikieren?

Das Wort ist französischen Ursprungs und kommt von `Piquer` , was soviel wie `Stechen` bedeutet. Es bezeichnet die wichtige Kulturmaßnahme des Verpflanzens von zu dicht stehenden Sämlingen auf größere Abstände. Dieser Vorgang wird oftmals auch als vereinzeln bezeichnet und erfolgt sobald sich die ersten richtigen Blattpaare der Pflanze  zeigen.

Dabei führt das Herausnehmen der Pflanzen aus dem Substrat zu Wurzelverletzungen, welche die Pflanze zu verstärktem Wurzelwachstum anregt.

Zum Pikieren verwendet man meistens einen als Pikierstab bezeichneten, am Ende spitzen runden Stab. Die meisten Pikierstäbe bestehen aus Plastik, Holz oder Metall und sind circa18 cm lang. Man kann selbstverständlich auch entsprechende Haushaltsgegenstände oder Werkzeuge, die dem Pikierstab ähnlich sind, zweckentfremden. Das heißt: es tut auch eine Stricknadel, dickerer Holzspieß oder eben Ähnliches.

Und so gehen Sie am besten vor

  1. Vereinzeln: Man hebt die ineinander verwurzelten Pflänzchen an einer Ecke an und trennt sie Stück für Stück vorsichtig voneinander. Dazu kann das Pikierholz (oder Stricknadel…) benutzt werden. Die Keimlinge also in kleinen Portionen lösen.
  2. Sollten sie kränkliche Vertreter mit faulen Stellen oder Ähnlichem finden, dann diese bitte aussortieren. Die Wurzeln der gesunden Kräuter-Keimlinge werden ein Stückchen gekürzt und dem Pflanzloch angepaßt. Das Kürzen regt das Wurzelwachstum wie gesagt an.
  3. Pikieren: Mit dem Pikierstab werden am neuen Standort in genügend großem Abstand kleine Löcher gebohrt und die Keimlinge darin eingepflanzt. Die Kräuter werden an den Keimblättern angefasst, die Wurzeln sollten senkrecht in das Pflanzloch eingesetzt werden.Der Wurzelansatz sollte unter der Erde liegen. Das Loch mit dem Pikierstab schließen, die Erde vorsichtig andrücken und gießen.
  4. Die Erde: Daniel Rühlemann von gleichnamiger Gärtnerei (bei der ich auch sehr gern bestelle und noch nie enttäuscht wurde) schlägt als Substrat eine Mischung aus wenig zersetztem Hochmoortorf mit Perlit vor. Dies ist nichts anderes als eine Aussaaterde, also keine normale Pflanzenerde benutzen.

Viel Erfolg und einen grünen Daumen! Die Redensart ´Pikiert sein´ bedeutet übrigens nicht anderes als`gestochen worden sein` …

Quelle:
Wikipedia Pikieren
Gartenatelier vereinzeln

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