» Geschichte

Autor: Dagmar

Traditionell, aber nicht harmlos

Unlängst habe ich mich vom Landleben meiner Heimat einmal wieder inspirieren lassen: Hochsommer, bei besten Temperaturen, umgeben von Naturwiesen und buschigen Kräutern im Garten, die einfach nur Eines wollen: Wachsen.

Ohne dabei sentimental werden zu wollen, erinnert man sich doch noch an ganz bestimmte Dinge aus der Kindheit, schemenhaft manchmal und schon fast verschwunden. Wie der Knöterich, den wir früher Zahnbürstenkraut nannten. Oder einfache, einprägsame Kinderlieder oder Reime, ebenfalls kaum mehr präsent. Eines davon war “Petersilie Suppenkraut” und passt doch perfekt in meinen Kräuter Blog :-)



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Autor: Dagmar

Wunderhübsche Dekoration und mystischer Brauch

Ich weiß nicht, ob Sie mir Gleiches bestätigen werden: aber die Pflege und die Anwendung gerade von Heilpflanzen sind nicht nur eine sinnliche Erfahrung, sondern gehen auch einher mit Mystik, Brauchtum und Glauben.

Viele der bei uns noch bekannten Heilpflanzen waren schon unseren keltischen und germanischen Vorfahren, also in der vorchristlichen Zeit, bekannt. Auch Diese lebten mit Floras Reichtum und Rhythmus im Einklang und waren sich ihrer Bedeutung bewusst. Ein rituelles Zeugnis aus Achtung und Respekt vor der Schöpfung abzulegen ist daher wahrscheinlich ein konfessionsloses Ur-Bedürfnis der Menschen.

Ein, wie ich finde, wirklich ansprechendes christliches Ritual (genauer gesagt katholisches Ritual) ist die sogenannte Kräuterweihe beziehungsweise das Binden von Kräuterbuschen.



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Autor: Nicole

Es ist heute genau überliefert, seit wann die Myrte als Brautschmuck verwendet wurde, da es sich um eine aristokratische Hochzeit im Jahre 1583 handelte.

Myrte. Rafael Jiménez©FlickrDie Damen damals haben sich aus dem Brautschmuck dann ein kleines Bäumchen für das Zimmer herangezogen. So wurde die Myrte im 16. und 17. Jahrhundert zur absoluten Modepflanze. Mit der Erfindung der Heizung verschwand sie jedoch genauso schnell wieder aus den Häusern, denn das trockene Raumklima bekommt ihr nicht.

Meiner Meinung nach sollte die Myrte aufgrund ihres Duftes wieder öfter den Weg zu uns finden. (In einem Wintergarten kann man sie sogar wieder im Haus halten.) Eine so alte und symbolische Pflanze gilt es zu pflegen, denn schon in der Bibel genoss die Myrte einen hohen Stellenwert neben anderen religiösen Pflanzen:

Die Elenden und Armen suchen Wasser und es ist nichts da, ihre Zunge verdorrt vor Durst. Aber ich, der HERR, will sie erhören; ich, der Gott Israels, will sie nicht verlassen. 18 Ich will Wasserbäche auf den Höhen öffnen und Quellen mitten auf den Feldern und will die Wüste zu Wasserstellen machen und das dürre Land zu Wasserquellen. 19 Ich will in der Wüste wachsen lassen Zedern, Akazien, Myrten und Ölbäume; ich will in der Steppe pflanzen miteinander Zypressen, Buchsbaum und Kiefern,20 damit man zugleich sehe und erkenne und merke und verstehe: Des HERRN Hand hat dies getan, und der Heilige Israels hat es geschaffen. (Jes 41, 17)

Im jüdischen Glauben ist Myrte ein Zeichen für Unsterblichkeit. Sie ist Bestandteil der Gestecke zum Laubhüttenfest.



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Autor: Nicole

Heute eher unpopulär, blickt die Myrte auf eine lange Geschichte zurück, aus der sich unterschiedlichste Bräuche und Mythen entwickelt haben.

Die alten Römer kannten Myrtus communis, die Gemeine Myrte, bereits und schmückten sich und ihre heiligen Stätten damit nach gewonnenen Schlachten. Vor ihnen wussten auch die Griechen schon um die mystische Kraft dieser Pflanze. In der antiken griechischen Mythologie wurde das Kraut Aphrodite zugesprochen, die ja bekanntlich als Göttin für Liebe, Fruchtbarkeit und Schönheit zuständig war. Auf diesen wichtigen Aufgabengebieten ließen sich auch die Römer nicht lumpen: In der römischen Antike soll die Göttin Venus mit der Myrte in Verbindung stehen, obwohl sich über die Richtigkeit dieser Annahme die Gemüter spalten, denn es könnte sich auch schlicht um eine Fehlinterpretation handelt: In Rom hieß Venus auch “Murcia”, was im Laufe der Zeit (Sprachwandel!) möglicherweise der “Myrtea”, also der Myrte zugeordnet wurde. So wurde Venus irgendwann zur “Myrtenfreundin” und soll der Legende nach mit einem Myrtenzweig aus dem Meer gestiegen sein.

Myrtus communis. naturalezafrague©Flickr

Ob sie das auch ohne Sprachwandel und Fehlinterpretation getan hätte, ist nicht überliefert. Das Ergebnis solcher Zusprüche, ob falsch oder nicht, schlägt sich in der Kultur des Abendlandes bis heute nieder, denn



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Autor: Nicole

Die Gemeine Alraune (Mandragora officinarum) ist eine sehr giftige Heilpflanze, die aber nicht nur wegen ihrer Wirkung, sondern zuallererst wegen ihrer kulturgeschichtlichen Bedeutung bekannt ist.

Als ich zum ersten Mal von einer Pflanze mit diesem Namen hörte war das nicht etwa im Biologie-Unterricht, sondern in einem Buch. Harry Potter Fans wissen was ich meine: Im zweiten Teil der Reihe müssen die Schüler von Hogwarts sich mit der Zucht dieser seltenen und mächtigen Zauberpflanzen auseinandersetzen. Ihr Schrei, so heißt es, sei tödlich. Im Buch sehen die Wurzeln des Krautes wie “kleine, schmutzige und extrem hässliche Babys”* aus. Dieser Aberglaube geht zum einen auf die Gestalt der Wurzeln zurück, die manchmal ein wenig dem menschlichen Körper ähneln, zum anderen wohl auf den mittelalterlichen Volksglauben.

Alraune. insyros©Flickr

Die Alraune ist aber schon viel früher in Zeitzeugnissen aufgetaucht. So lässt eine babylonische Keilschrift aus dem Jahre 2000 v. Chr. den Schluss zu, dass die Wurzel als Mittel gegen Zahnschmerzen verwendet wurde. Auch Hildegard von Bingen erwähnte die Pflanze. Eigenartiger Weise gegen zu starken



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Autor: Nicole

Mit dem uralten Glauben an die Heilkraft von Kräutern entwickelten sich auch Anwendungen, die nicht unbedingt etwas mit der menschlichen Gesundheit zu tun haben. So ist es auch im Fall von Kräutern und Gewürzen, die angeblich die Lust steigern sollen.

Fenchel. by Nikki L. © Flickr

Zur Gruppe aphrodisierender Kräuter und Gewürze werden Kalmus, Fenchel und Anis genauso gezählt wie Knoblauch, Vanille, Hafer und Petersilie. Oft basiert der Glaube an die Wirkung auf uralten Legenden aus der Antike oder dem Mittelalter. So soll z.B. Petersilie schon den Nymphen in der “Odyssee” von Homer gedient haben, um Odysseus zu verführen. Heute wissen wir, dass die Petersilie das ätherische Öl Apiol enthält, welches bei Männern eine potenzsteigernde Wirkung haben soll, da es die Harnwege reizt. Die Frage ist nur, wieviel von dem Kraut man dafür ins Essen tun muss.

Andere Gewürze, wie etwa die Vanille, sollen uns mit ihrem Duft anregen, der den menschlichen Sexuallockstoffen ähnlich ist., verführen. Im Falle von Fenchel, der angeblich nicht nur gegen Verdauungsbeschwerden gut ist, sondern auch das weibliche Verlangen steigern soll, ist Estragol von Belang. Dabei handelt es sich um einen Stoff, der unter Verdacht steht, in höheren Mengen Krebs zu erzeugen. Estragol ist auch in Anis, Estragon, Basilikum, Muskatnuss und Zitronengras enthalten.

Kräuter. wili_hybrid © Flickr

Die aphrodisierende Kraft der Kräuter- und Gewürzwelt lässt sich noch um ein vielfaches ausgedehnter beschreiben. Schon nach kurzer Recherche gewinnt man den Eindruck, dass über kurz oder lang sehr vieles irgendwie anregend sein könnte. Einige Erklärungen klingen durchaus plausibel, wenn sich auch die Frage stellt, ob diese in der doch äußerst geringen Dosierung in der Kräuter und Gewürze eingesetzt werden (es wird wohl niemand einen ganzen Bund Petersilie essen) effektiv sind.



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Autor: Nicole

Safran ist als Gewürz schon seit der Antike bekannt. Schon damals war er unglaublich wertvoll und begehrt. Diese Tatasache hat sich bekanntlich im Verlauf der Geschichte nicht geändert.

Der Ursprung der Pflanze war lange Zeit unbekannt, da der Crocus sativus nicht in freier Natur zu finden ist. Heute weiß man, dass die Pflanze durch eine Mutation des Crocus cartwrightianus entstanden ist, wie er in Kreta wild wächst.
Trotz alledem sollen Pflanze und Gewürz auch schon früh in Indien, Persien und anderen Regionen bekannt gewesen sein.

karynsig © Flickr

Chinesische Medizinbücher aus dem Jahre 2600 v. Chr. erwähnen Safran als Mittel, um Potenz und Energie zu erlangen und selbst die Phönizier kannten ihn sehr gut und handelten erfolgreich damit. Safran wird darüber hinaus



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Autor: Nicole

Diese Woche dreht sich bei Kräuterallerlei alles um das Johanniskraut. Das Kraut hat nahm in der Geschichte eine bedeutende Stellung ein. Sowohl als Heilpflanze als auch als Kraut gegen Dämonen war es unseren Vorfahren bekannt. Bis in die heutige Zeit hinein wird es gegen vielerlei Beschwerden, allen voran gegen Depressionen, eingesetzt.

Rhian vK © Flickr

Schon die antiken Gelehrten und Heilkundigen Dioskurides und Plinius Secundus erwähnten die Pflanze. In der dunklen Zeit des Mittelalters kannte man das Johanniskraut ebenfalls.



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Autor: Nicole

Lorbeer ist nicht nur ein fantastisches Gewürz, er hat auch eine sagenumwobene Geschichte, die in der griechischen Mythologie verankert ist.

sfmission,com © FlickrDie Legende besagt, dass sich die Nymphe Daphne, Tochter des Flussgottes Peneios in einen Lorbeerbaum verwandelte, um dem liebeskranken Apollon zu entgehen. Dieser hatte nämlich Eros, den Liebesgott der griechischen Sagen verärgert. Eros´Rache folgte auf dem Fuße: Er schoss Apollon einen goldenen Pfeil in das Herz, woraufhin dieser sich unsterblich in Daphne verliebte. Diese aber wurde von Eros mit einem bleiernen Pfeil getroffen, der genau das Gegenteil von Liebe bewirkte. Zu Ehren seiner Angebeteten soll Apollon daraufhin immer einen Lorbeerkranz getragen haben. Dieser Kranz wurde im römischen Reich zu einem Siegessymbol, in der römischen Kaiserzeit entwickelte sich das Zeichen dann zu einem Herrschersymbol. Zudem bekamen die Sieger der Olympischen Spiele einen Lorbeerkranz als Zeichen ihres sportlichen Triumphes. Noch heute ist ein versilbertes Lorbeerblatt in Deutschland die höchste sportliche Auszeichnung. (Quelle: Wikipedia)

Blühender Lorbeer. Dan4th  © Flickr

Lorbeer ist nicht winterhart und kann bis zu zehn Meter hoch werden. In unseren Breitengraden empfiehlt sich die Topfkultur, da er im warmen überwintern sollte. Die Blätter des Baumes werden geerntet und können dann frisch verwendet werden. Zur Lagerung empfiehlt es sich, das Laub zu trocknen. Lorbeer ist ein typisches Gewürz für Fischmarinaden und Eintöpfe. Er kann aber auch in der mediterranen Küche verwendet werden. Ich benutze die Blätter gern zum Würzen von Kartoffeln, beispielsweise für das Rezept “Rosmarin-Zitronen-Kartoffeln“.

Wer sich einen Lorberrbaum für den eigenen Kräutergarten zulegen möchte, sollte beim Kauf darauf achten, dass es sich um den Echten Lorbeer, Laurus nobilis, handelt. Es gibt auch Sorten aus Asien und Amerika, die dem Lorbeer Äußerlich ähnlich sind, aber nicht über den charakteristischen Geschmack verfügen.



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Autor: Nicole

Der Mönchspfeffer wurde im Mittelalter in Klostergärten angebaut und eingenommen, um die Libido der Klosterbewohner zu dämpfen.

Im Kloster hatte man Zugang zu antiken Schriften über Heilpflanzen und erfuhr so vom Mönchspfeffer, der im Volksmund auch “Keuschlamm” oder “Keuschbaum” genannt wird. Ursprünglich kommt die Pflanze aus dem Mittelmeerraum, wo sie in der Antike schon als Gewächs zur Bewahrung der Keuschheit von griechischen Priesterinnen genutzt wurde. Denn die griechische Mythologie beschreibt, dass Hera unter einer solchen Pflanze geboren wurde, weswegen sie als Symbol der enthaltsamen Ehe gilt. Der Mönchspfeffer gehört zur Familie der Lippenblütler und ist ein Strauch, der Höhen von bis zu vier Metern erreicht. Die Blattstände erinnern sehr an das Aussehen von Hanf. Mönchspfeffer trägt rotschwarze Scheinbeeren, die Ähnlichkeit mit Pfefferkörnern haben und ebenso scharf schmecken. Diese Beeren dienten den Mönchen des Mittelalters als Gewürz mit Zusatzfunktion und sind somit wohl ein sehr frühes “Functional Food”. ;)

ninjapoodles©FlickrHeute kann man den Mönchspfeffer natürlich auch als Gewürz in den Küchengarten integrieren. Die Beeren nutzt man einfach wie Pfeffer, indem man sie direkt aus einer Mühle auf das Essen gibt. Viel größere Bedeutung hat das Kraut allerdings für die Medizin. Tatsächlich hat “Vitex agnus-castus” nämlich vor allem einen Einfluss auf das weibliche Hormonsystem. Die Wirkstoffe helfen gegen PMS und, wie der Rotklee, auch bei Wechseljahrsbeschwerden. Die Auswirkungen auf den Zyklus können auch bei Unregelmäßigkeiten (vor allem kurzen Zyklen) genutzt werden. Verbunden mit Unfruchtbarkeit ist darüber hinaus eine Krankheit, die sich “Gelbkörperschwäche” nennt. Auch hier wird die Pflanze mit Erfolg eingesetzt. Die Homöopathie kennt Mönchspfeffer als Mittel gegen Erkrankungen der Geschlechtsorgane.



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