Ratgeber

Wolle, Seide und Leinen mit Pflanzen färben

Wundervolle Farben mit Licht und Eigenleben

Eine uralte Zunft scheint wieder in Mode zukommen, und zwar wortwörtlich genommen. Kleidungsstücke aus ökologisch korrekter Fertigung unter Fair Trade Bedingungen, kurz grüne Mode oder Eco Fashion, sind beliebter denn je.

Ich befinde mich heute einen Schritt vor dem fertigen Kleidungsstück und lasse mir Namen wie Mistel– Grün, Blau- Grau aus Stockrosen, Gelbgrün aus der Birke oder Sandelholz- Rot in den Ohren zergehen 🙂 Natürlich bunt Färben ist durchaus angesagt, auch bei der nachwachsenden jungen Klientel. Und wer einmal bei den Pflanzenfarben gelandet ist, lässt sich so schnell auch nicht wieder los.

Regenbogen aus der Natur

Naturfarben aus Heilpflanzen, Kräutern, Blättern, Schalen und Wurzeln haben ein Eigenleben, eine Tiefe und ein Licht, das von Synthetik nicht erreicht werden kann. Sie verändern sich mit der Zeit, werden blasser und bekommen wie der Mensch Alterspuren. Ein ziemlich gutes Tragegefühl, behaupte ich. Sogar mit Cochenille- Läusen wird gefärbt. Diese fein zermahlen (wem dies Nichts ausmacht) ergeben ein sattes Himbeerrot.

Welche Materialien, welche Pflanzenfarben?

Schafwolle, Ziegenhaar, Angora, Seide und Leinen lassen sich mit verschiedenen Kräutern und Pflanzen von zartgelb bis anthrazit einfärben. Mir persönlich gefallen die natürlichen Blau- und Anthrazit- Töne ganz besonders gut. Ich finde sie sehr schön edel.

Birkenblätter färben zartgrün, rote Zwiebelschalen moosgrün, ein sattes Rot ergibt sich aus Sandelholz, Blaugrau aus Stockrosen. Reseda gibt ein Ockergelb, Krapp zeigt ein siennabraun bis apricot, die Mistel ein sanftes blaugrün.

Wo bekomme ich die Pflanzenfarben?

So richtig selbst mit Pflanzen und Kräutern zu Färben, das heißt im Bottich über´m Lagerfeuer, mit den einzelnen Prozeduren wie Waschen, Beizen, Färben und Nachwaschen: mir wäre es zu aufwendig. Wer den Platz, die Gelegenheit und den Drang hat, dem schreibe ich gern mehr darüber, denn Vorkenntnisse werden schon benötigt. Bei tieferem Interesse also bitte melden und vielleicht gibt es dann doch nochmal einen extra Artikel.

Wer wie ich nur eine Waschmaschine zu bieten hat und natürliche Farben ohne so großen Aufwand in das Rohweiß bekommen möchte, der kann Pflanzenfarben oder Färbebeutel auch bei der Pflanzenfärberei Kroll bestellen. Hier gibt es eine wirklich breite Auswahl und zudem auch schon gefärbte Wolle und Garne zu erstehen. Selbstverständlich ohne Chemie.

Wirklich schöne Farben!

Quelle: Liebes Land Nr. 2/ Februar 2009

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  • stephanie
    6. April 2010 at 16:32

    hallo zusammen,

    schön, dass sich einige doch für das alte handwerk der pflanzenfärberei interessieren. hab mich über den artikel (zufällig gefunden) gefreut!

    ich selbst färbe tatsächlich im kessel mit aufwändiger prozedur, kann ich nur empfehlen, ist in höchstem maße entspannend und befriedigend! danach bin ich immer tiefenentspannt!

    grüße an alle pflanzenfärber
    stephanie

  • faerberpflanzen
    20. Oktober 2010 at 10:14

    Anregungen zm Färben mit 117 Färberpflanzen sind zu finden im Buch – „Färberpflanzen, Anleitung zum Färben, Verwendung in Kultur und Medizin“ und auf dem Blog http://www.eberhardprinz.de/blog

    lg
    faerberpflanzen

  • Juli
    25. April 2012 at 20:53

    Hallo, weiß jemand wo ich Sandelholz bekomme ?

  • Tanja
    2. Juni 2012 at 18:33

    Hallo, ich nehme gern Dein Angebot an und würde etwas mehr übers Pflanzenfärben erfahren, Rezepte und wenn Du hast auch gern so etwas wie Musterkarten. Duch eine glückliche Fügung bekomme ich in Massen Rohwolle, die nun gern versponnen, verfilzt und natürlich bunt gemacht weden möchte. Da wir authentische wikingerdarstellung machen, wäre es wohl unangebracht mit Ostereierfarbe zu hantieren ;-).

    Freue mich sehr auf Deine Antwort.
    Liebe Grüße
    Tanja

    • Marlen
      4. Juni 2012 at 14:12

      Liebe Tanja,

      Glückwunsch zu der Rohwolle und viel Spaß beim Färben. Wie es geht, erfährst du in meinem neuesten Blogbeitrag.

      Liebe Grüße,

      Marlen