Aloe vera - Wüstenpflanze mit Heilkraft
Eher unscheinbar, manche meinen sogar hässlich, kommt die Aloe vera daher. Was ihr Äußeres nicht vermuten lässt - in der “Wüstenlilie” stecken weitreichende Heilkräfte. Grund genug, ihr einen festen Platz auf der Fensterbank neben den anderen Heilpflanzen wie Salbei, Katzenminze oder Lavendel zu sichern.
Die “Echte Aloe”, wie die Aloe vera auch genannt wird, gehört zur Familie der “Affodillgewächse” und zur Gattung der Aloen. Die Wunderpflanze war ursprünglich auf den Kanarischen Inseln beheimatet. Mittlerweile findet man sie aber in vielen Trockengebieten der Erde, denn die Aloe mag es gern warm. Im Winter sollte sie deswegen ins Haus geholt werden. Auch zuviel Wasser bekommt ihr nicht, das sollte man bei der Pflege beherzigen. Da die Heilpflanze ihren Ursprung in der Wüste hat, ist sie komplett auf die Gegebenheiten in der Hitze eingestellt. Die dickfleischigen Blätter speichern unglaubliche Mengen Wasser. In ihnen ist auch das Gel bzw. der Saft enthalten. Beides findet Anwendung in Medizin und Kosmetikindustrie.
Geschichte
Schon in der Bibel werden “Aloebäume, die der HERR pflanzt” (4.Mose 24,6) erwähnt. Daneben sind große Namen mit der Pflanze verbunden. So benutzten Kleopatra und Nofretete die Aloe zur Schönheitspflege, Alexander der Große ließ seine Soldaten damit bei Verletzungen behandeln. Die heilenden Wirkstoffe beschleunigen nicht nur die Wundheilung, sie wirken auch wie ein natürliches Schmerzmittel. In größeren Mengen verzehrt hat die Wüstenlilie eine abführende Wirkung. Alte Naturvölker sollen sie als Abtreibungsmittel gekannt haben. Für die Ausbreitung der Pflanze sind in erster Linie die spanischen Flotten in der Neuzeit verantwortlich. Auch Columbus kannte die Aloe und führte sie auf seinen Schiffen mit, um Verletzungen damit zu heilen. Einträge in seinem Logbuch sollen sie als “Arzt im Blumentopf” beschreiben. In den Anfängen des 20. Jahrhunderts war die Pflanze in der Bevölkerung sehr beliebt, da man noch mit Holzöfen heizte und kochte, die sehr leicht Verbrennungen verursachten. Bis in das 21. Jahrhundert ging die Bedeutung aber etwas unter. Warum die Aloe vera heute wieder so beliebt ist, lässt sich nur mutmaßen.
Verwendung
Man kann unzählige Produkte erwerben, in denen Aloe vera enthalten ist. Es geht aber auch viel preiswerter und unkomplizierter. Die Zimmerpflanze ist so pflegeleicht, dass selbst “Pflanzenmuffel” und Menschen ohne den sprichwörtlichen “Grünen Daumen” eine Aloe halten können.
Wenn man sich verbrannt oder anderweitig verletzt hat, schneidet man einfach ein Stück eines Blattes ab. Die Haut wird entfernt und das darin enthaltene Gel dann auf die betroffenen Hautpartien gestrichen. Dieser Vorgang kann mehrmals täglich wiederholt werden. Besonders bei Verbrennungen empfiehlt es sich, das abgetrennte Blatt nach der Erstbehandlung im Kühlschrank aufzubewahren. Darüber hinaus kann das Gel auch für Schönheitszwecke eingesetzt werden.
Zur inneren Anwendung gehört eine Vorbereitung des Blattes: Um das Aloin (sitzt zwischen Rinde und Gel) zu neutralisieren, wird die abgetrennte Spitze mit dem Schnitt nach unten für eine Stunde ins Wasser gestellt. Danach kann man die Aloe zu sich nehmen.
Übrigens: Die “Wunde”, die durch das Abschneiden an der Pflanze entsteht, schließt sich von allein und schadet ihr nicht.

