Kräutersorten

Artischocke als Heilpflanze

Als Gemüse ist die Artischocke weithin bekannt, doch dass die Blätter der Pflanze auch in der Arzneikunde Anwendung finden, wissen sehr viel weniger Leute. Nicht umsonst findet man in Apotheken verstärkt Präparate wie die Artischocken-Kapseln, die sich die Heilwirkung der Pflanze zunutze machen.

Die Artischocke ist eine oftmals noch unterschätzte Pflanze. Essbar sind die Knospen vor der Blüte, je nach Größe werden nur die Blütenböden und ein Teil der Blätter oder die ganze Blüte als Nahrungsmittel verwendet. In der Heilkunde findet die Pflanze ebenfalls seit Langem Anwendung: Vor allem die in der Artischocke enthaltenen Bitterstoffe regen den Stoffwechsel und die Verdauung an und fördern so das Wohlbefinden. Nicht umsonst trug die Artischocke 2003 sogar den Titel der Arzneipflanze des Jahres, der jährlich von der Universität Würzburg vergeben wird.

Artischocke: Vielseitiger Korbblütler

Die Artischocke stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, wird heute aber als Kulturpflanze in verschiedenen Teilen der Erde angebaut. Sie ist recht frostempfindlich, kann jedoch bei guter Pflege bis zu zwei Meter hohe Stängel ausbilden. Erntet man die Knospen nicht rechtzeitig, brechen sie auf und zeigen leuchtend violette Röhrenblüten, die gern auch als Zierde in Gärten genutzt werden. Aus den Blättern gewinnt man den Stoff Cynarin, der als Grundlage für den Cynar-Likör verwendet wird. Dieser Magenbitter soll nach einer fettigen Mahlzeit die Verdauung erleichtern, wird aber auch als Aperitif gereicht.

Heilende Wirkung der Artischocke

Die magenberuhigende Wirkung dieses Schnaps entspricht im Großen und Ganzen der Heilwirkung der Artischocken-Blätter als solche. Die verschiedenen Bitterstoffe der Pflanze werden in Arzneimitteln zur Linderung von Verdauungsbeschwerden verwendet. Ob Blähungen, Durchfall oder Übelkeit – Die Wirkstoffe der Artischocke setzen unter anderem an der Unterversorgung des Verdauungstraktes mit Säure an, indem sie die Arbeit der Galle anregen. Dadurch wird die Leber entlastet und vor allem fettige Speisen können leichter verdaut werden.

Eine regelmäßige Anwendung kann sogar die Blutfettwerte verbessern, sprich den Cholesterin-Spiegel um 10 bis 15 Prozent senken und außerdem die Leber auf lange Sicht schützen. Wer nicht auf Arzneimittel aus der Apotheke zurückgreifen möchte, kann aus den frischen oder getrockneten Blättern der Artischocke einen Tee kochen und mit diesem einerseits den Appetit anregen und andererseits die Verdauung einer Mahlzeit unterstützen.

Etwa einen Esslöffel der Blätter übergießt man dafür mit einem Viertel Liter heißem Wasser. Der Tee muss etwa eine Viertelstunde ziehen und sollte direkt vor dem Essen getrunken werden. Für eine andauernde Anwendung sollte man den Tee nur zehn Minuten lang ziehen lassen, drei Tassen täglich sind ausreichend.

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