Kräuter als Heilmittel

Pimpinella anisum – der Anis und seine Anwendungen

Anis ist ein Gewürz, das besonders Figurbewusste überzeugen dürfte. Denn die natürliche Süße der Samen ermöglicht beim Backen und Kochen die Reduktion von Zucker.

Die winterharte, einjährige Pimpinella anisum kommt ursprünglich aus dem Mittelmeergebiet. Heute wird das Kraut besonders im südlichen Russland angebaut, wächst aber problemlos in der gesamten gemäßigten Klimazone. Die Pflanze kann bis zu 60 Zentimeter hoch und 30 bis 60 Zentimeter breit werden. Anis gehört wie die Schafgarbe zur Familie der Doldenblütler und bildet gelb-weiße Blütentrauben aus, die im Sommer bewundert werden können. Das Aroma der Pflanze ähnelt im Geschmack der Lakritze. Wer Anis selbst ziehen möchte, sollte die Samen im Frühjahr direkt ins Freiland säen. Vorher, wenn noch Fröste zu erwarten sind, kann die Aussaat aber auch im Warmen erfolgen.

Kleinere Blätter kann man immer ernten, für größere Vorräte sollte man dies aber vor der Blütezeit tun. Um eine Folgekultur zu gewährleisten, sammelt man einfach die reifen Samen im frühen Herbst von der Pflanze. Die Ernte wird getrocknet und kann dann im nächsten Frühjahr zum Austreiben gebracht werden. Anis ist im Kräutergarten übrigens eine hervorragende Begleitkultur des Koriander.

In der Küche kann Anis in Salatdressing (Blätter und Samen), zu Geflügel, Gemüse und Fisch (Blätter) sowie zum Backen (Samen) von Brot und Kuchen benutzt werden. Auch ein Kräuterhonig kann das Gewürz enthalten. Sein Geschmack spaltet jedoch die Gemüter, so dass die Pflanze in der europäischen Küche nicht übermäßig genutzt wird.

Viel größere Bedeutung hat Anis in der Medizin. In Kombination mit Fenchel kann er einen guten Verdauungstee ergeben, der auch bei Bauchschmerzen wirkt. Außerdem helfen die Inhaltsstoffe der Anisfrüchte gegen Husten. Sie werden zu Anisöl verarbeitet, das schleimlösend und antibakteriell wirkt. In Hustentees verwendet man die Samen des Krauts.
In einigen deutschen Regionen glaubte man früher übrigens, dass Anis ein Aphrodisiakum ist und bereitet ein Getränk daraus zu, dass seine Zauberkraft ganz besonders am 30. November entfalten soll. Dieser Tag ist dem Apostel Andreas gewidmnet, der unter anderem als Schutzheiliger der Liebenden und der Ehe bekannt ist.

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  • Wladimir
    10. März 2012 at 12:45

    Ihr Anis sieht aber wie Fenchel aus.
    Ich komme damit nicht klar.

    Bitte helfen Sie mir.

    Liebe Grüße

    Wladimir