Kräuter als Heilmittel

Erfahrungsbericht:
Mit Wermut-Wein gegen Zahnschmerzen

Erfahrungsbericht: Mit Wermut-Wein gegen Zahnschmerzen

Vor einiger Zeit musste ich wegen einer Wurzelbehandlung einige Mal zu meinem Zahnarzt. Ich nahm das zum Anlass, eine Reihe von Artikeln zur Zahnpflege mit Kräutern zu schreiben. Salbei-Kräuter gegen Zahnfleischbluten und Parodontose zum Beispiel. Oder über die Wirkung von Kräuter-Zahncreme in der Naturkosmetik. Und eben auch über die Herstellung von Kräuterwein mit Wermut für die Behandlung von Zahnschmerzen.

Ausgerechnet kurz nach der Wurzelbehandlung – vielleicht auch infolgedessen – hat sich ein weiterer Zahn dahinter entzündet. Ich mochte nicht schon wieder beim Zahnarzt sitzen. Also wollte ich testen, wie die Kraft der Kräuter tatsächlich wirkt: Ich habe mir einen Wermut-Wein nach einem Hildegard-von-Bingen-Rezept gebraut.

Wermut-Wein nach einem Rezept von Hildegard von Bingen

Eigentlich habe ich mir gar nicht so viel dabei gedacht, als ich den Wermut-Wein mit Eisenkraut nach einer Empfehlung von Dr. Wighard Strehlow ausprobierte.

Nun schreibe ich ja selbst immer, dass Sie Kräuter auf gar keinen Fall geringschätzen sollten. Als es an die Zubereitung und Einnahme von besagtem Wermut-Wein ging, habe ich jedoch genau dies getan. Ich dachte: „Ach, so ein paar Kräuter …“ Und wie immer, wenn man einer  Sache nicht die verdiente Bedeutung zukommen lässt, wird man am Ende überrascht.

So kommt es, dass ich hier jetzt sitze und einen bußfertigen Bericht verfasse – und nie wieder die Wirkung von Wermut geringschätzen werde.

Richtig dosiert schnell wirksam gegen Zahnwurzelentzündung

Die Schmerzen waren nach dem zweiten Becher Wermut-Wein verschwunden und ich merke den Zahn beim Beißen kaum noch. War der Zahn vor der Medikation mit Wermut noch richtig empfindlich, sodass ich damit nicht mehr beißen mochte, hat sich dies bis auf ein Minimum reduziert. Ich habe die von Wighard Strehlow empfohlenen zwei Becher täglich mit der angegebenen Dosierung an Wermut zu mir genommen. Die Empfehlung basiert auf den Berichten von Hildegard von Bingen.

Nebenwirkungen

Nun ja, die Kräuter werden in Rotwein aufgekocht! Hinterher schwere Glieder zu haben, scheint deswegen natürlich. Außerdem ging ich ein wenig auf Wolken. Dies gab mir Anlass, die Inhaltsstoffe von Wermut nochmal genauer zu recherchieren.

Inhaltsstoffe von Wermut

Wermut enthält vor allem ähterische Öle und Bitterstoffe. Das im Wermutöl enthaltene Thujon gilt als Nervengift und als toxisch. Thujon soll Visionen und Halluzinationen, aber auch Epilepsien, Benommenheit und Schwindel auslösen können. Isoliertes, ätherisches Öl von Wermut sollte deshalb nicht angewendet werden. Absinthin, von den Wermutblättern ausgeschieden, ist der Hauptbestandteil der Bitterstoffe. Sie kennen ja den berühmten Absinth …

Gesicherte Wirkung von Wermut nach Kommission E/ESCOP

  • Verdauungsbeschwerden
  • Appetitlosigkeit
  • Lebererkrankungen

Wirkung nach Meinung von Ärzten und der Volksmedizin

  • Entzündungen (weil bakeriostatisch, entzündungshemmend)

Gegenanzeigen

Wermut-Wein ist nicht in der Schwangerschaft und Stillzeit und nicht für Kinder geeignet.

Fazit

Der Wermut-Wein hat mir definitiv geholfen und die akuten Zahnschmerzen genommen. Der Zahn hat noch eine geringe Rest-Empfindlichkeit. Die ist allerdings nichts gegen die anfänglichen Schmerzen. Die bakteriostatische Wirkung von Wermut hat den Schmerz der Wurzelentzündung eingedämmt, eine gewisse Benommenheit mit leicht halluzinogener Einfärbung möchte ich aber nicht abstreiten.

Was ist im Körper passiert?

Eine Zahnwurzelentzündung ist das Ergebnis von Bakterien. Bakterien haben einen Stoffwechsel und erzeugen Gase. Die Gase im Zahn verursachen einen Druck und den unangenehmen Zahnschmerz. Entzündungen machen sich immer gern bei einer Störung des Immunsystems breit. Als Reaktion bildet der Körper Eiter und in einer Steigerung einen Abszess. Eigentlich eine positive, körpereigene Reaktion. Die klassische Schulmedizin empfiehlt dann eine Antibiose, also das Eindämmen der Stoffwechselprodukte bestimmter Mikroorganismen. Der Wermut-Wein hat genau das erledigt.

Für den weiteren Verlauf hoffe ich, dass die interzellulären Prozesse in meinem Körper gut voran kommen und so die Entzündung ganz verschwindet – ohne Zahnarzt …

Meine Erfahrung lehrt mich: Wermut-Wein gegen Zahnschmerzen ist eine prima Sache. Allerdings: Die Dosierung muss beachtet werden!

Quellen:

Die Heilkunde der Hildegard von Bingen von Dr. Wighard Strehlow

http://www.phytodoc.de/informationen/heilpflanze/wermut/anwendungsgebiete-wirkungsweise/

http://medikamente.onmeda.de/Wirkstoffe/Wermutkraut/wirkung-medikament-10.html


Bild: Pixabay, 1338208, dcland2

Teile diesen Artikel...Share on Google+Share on FacebookTweet about this on Twitter

Empfohlene Beiträge

  • Christine
    29. Februar 2012 at 17:25

    Hallo, Dagmar,

    dein Bericht über den Wermutwein hat mich neugierig gemacht. Bitte beantworte mir folgende Frage:
    Wie presst man den Wermut aus? Wenn ich mich recht erinnere, ist Wermut eher trocken von den Blättern her.
    Wie viel brauche ich vom Kraut?
    Danke und viele Grüße Christine