Kräutersorten

Nicht adlig, aber heilend: Blaublütige Kräuter im Garten

Blauen Blüten bringen eine besonders elegante Note in jeden Kräutergarten. Die Farbe Blau symbolisiert nicht nur im Pflanzenreich Harmonie und Zufriedenheit, Wohlbefinden und Entspannung – Und ist damit wie kaum eine andere passend für Heilpflanzen jedweder Art.

Es gibt viele Kräuter und andere Nutzpflanzen, die blaue Blüten hervorbringen, die Palette der Farbnuancen ist dabei ebenso breit wie jene der Anwendungsgebiete der Heilkräuter und reicht von zartem Hellblau bis zu einem blau-violetten Farbenspiel. Zu den Blaublütern im Pflanzenreich zählen zum Beispiel einige Arten des Salbei und des Enzian, manche Leinkräuter, das Vergissmeinnicht und der Schwarzkümmel. Oftmals ist die blaue Blüte nur eine von mehreren Erscheinungsformen, die eine Pflanze annehmen kann, bei der Auswahl der Samen und Setzlinge sollte man sich daher genau informieren, wenn man auf „Farbreinheit“ besteht.

Blaue Blüten im Kräutergarten: Einige Pflanzenbeispiele

Zartblaue Blüten, mitunter mit einem Hauch von Violett, trägt zum Beispiel Rosmarin. Das Kraut ist den Meisten als Küchengewürz ein Begriff, doch auch als Heilpflanze ist Rosmarin von Bedeutung: So wird vor allem aus den Blättern ein Tee hergestellt, der gegen zu niedrigen Blutdruck, Herzrhythmus-Störungen, Kopfschmerzen, Blähungen oder (ebenso wie die blaustichige Katzenminze) Mentruationskrämpfe hilft, wogegen eine Tinktur oder das aus Rosmarin gewonnene ätherische Öl bei schmerzenden Gelenken und zur Anregung des Herz-Kreislauf-Systems äußerlich angewendet wird.

Tiefblau blüht das Gurkenkraut, auch bekannt als Borretsch oder Blauhimmelstern, das als Tee gegen fiebrige Erkältungen und Schlafstörungen eingenommen und zur Behandlung von Wunden in Umschlägen aufgelegt wird. Auch sehr hübsch sind die himmelblauen Blüten des Ehrenpreis oder Katzenäuglein. Diese Heilpflanze gilt vor allem als lindernd bei Magen-Darm-Beschwerden, wirkt aber auch anregend auf den Stoffwechsel und blutreinigend. Der Schabziger- oder Brotklee stimuliert vor allem den Appetit und die Verdauung, wird jedoch hauptsächlich als Gewürz oder als Zugabe zu einem frischen Salat genutzt, wobei sowohl die Blätter als auch die kleinen blauen Blüten Verwendung finden.

Von Schwarzkümmel und Vergissmeinnicht: Heilpflanzen im Kräutergarten

Zartblau sind die Blüten des Schwarzkümmel, dessen Samen für einen heilenden Tee gemörsert werden und so gegen eine Vielzahl von Beschwerden helfen. Außerdem wird aus dieser Pflanze ein Öl gewonnen, das sowohl bei zu trockener Haut Linderung verschafft als auch bei fettiger Haut eingesetzt wird. Bei Entzündungen der Haut dagegen hilft Vergissmeinnicht, das auch als Tee genossen werden kann und in dieser Form gegen leichten Durchfall oder Magenbeschwerden wirkt, trotzdem aber hauptsächlich nur als Zierpflanze bekannt ist.

Das Leberblümchen steht heute unter Naturschutz und darf daher nicht mehr frei gesammelt werden. Als Heilpflanze in getrockneter Form war Hepatica nobilis jedoch lange Zeit für seine schmerzlindernde und die positive Wirkung auf die Leberfunktionen bekannt. Sehr selten ist auch die blaurote Steinsame, die in der Antike vielfältig eingesetzt wurde und gegen rheumatische Beschwerden und Juckreiz ebenso helfen sollte wie gegen Nierensteine und Husten. Im eigenen Garten angebaut könnte die blaurote Steinsame so nicht nur eine Jahrhunderte alte Tradition wiederbeleben, sondern sorgt vor allem für einen ungewöhnlichen Farbtupfer im Kräuterbeet, wie er in der freuen Natur nur noch selten zu finden ist.

Heilkräuter mit blau-violettem Blütenkleid

Der Natternkopf ist eine in Mitteleuropa heimische Pflanze, deren junge Blüten sich noch rosafarben bis rötlich zeigen und mit der Zeit eine blaue bis violette Färbung annehmen. Er ist mit dem Borretsch verwandt und wirkt auch ähnlich wie das Gurkenkraut, wird aber als Heilpflanze immer mehr vergessen. Gleiches gilt für das rot-violett- bis blaublütige Lungenkraut, das seinem Namen alle Ehre macht und vor allem gegen Reizhusten und Entzündungen der oberen Atemwege eingesetzt werden kann. Es wirkt schleimlösend, außerdem blutstillend, harn- und schweißtreibend, ist in der modernen Naturheilkunde aber nur noch von geringer Bedeutung.

Blau bis violett erscheinen die Blüten des kriechenden Günsel, der nur wenigen Hobbygärtnern bekannt ist. Als Heilkraut wirkt er vor allem bei Verdauungsbeschwerden, ein aus den Blättern gewonnener Tee kann gegen Sodbrennen und Übersäuerung, aber auch gegen Schlaflosigkeit wirken, während mit einer Tinktur aus dem kriechenden Günsel getränkte Wickel gegen Rheuma und andere Gelenkbeschwerden sowie zur Beschleunigung der Wundheilung angewandt werden. Den Abschluss in unserem Farbenfrohen Ausflug soll die ebenfalls blau bis violett blühende Tauben-Skabiose bilden, die als Zugabe in Salaten den Stoffwechsel anregt und in der Naturheilkunde früherer Zeiten bei Fällen von Krätze und anderen Hautkrankheiten auch für lindernde Umschläge genutzt wurde.

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